Der kriselnde VfL Wolfsburg hat sich nach übereinstimmenden Medienberichten von Trainer Dieter Hecking getrennt. Der bisherige U23-Coach Valérien Ismaël solle das Team des Fußballbundesligisten vorerst übernehmen, berichten die Deutsche Presseagentur und die Wolfsburger Allgemeine.

Der 52-Jährige leitete am Montag zwar noch das Training, es begann allerdings nach einem Gespräch zwischen dem Cheftrainer und Sportchef Klaus Allofs mit 20-minütiger Verspätung. Allofs wollte schon am Vormittag keine Garantie mehr abgeben: "Es macht keinen Sinn, eine Erklärung in die eine oder andere Richtung abzugeben", sagte er am Rande des Trainings.

Hecking ist seit knapp vier Jahren beim VfL im Amt. Sein  größter Erfolg in Wolfsburg war der DFB-Pokalsieg im Jahr 2015 mit dem Sieg gegen Borussia Dortmund sowie die Vizemeisterschaft in der gleichen Saison hinter Rekordmeister FC Bayern München. Danach sorgten die Wolfsburger auch in der Champions League für Aufsehen, scheiterten 2015 im Viertelfinale an Real Madrid.

Anschließend ging es bergab, in der Liga verpassten die Niedersachsen in der vergangenen Saison die internationalen Plätze. Auch die Verpflichtung von Nationalstürmer Mario Gomez zu Beginn der neuen Spielzeit brachte keine Wende. Der Verlust des Belgiers Kevin De Bruyne, der im Sommer 2015 für 75 Millionen Euro zu Manchester City gewechselt war, konnte trotz aller Investitionen bislang nicht kompensiert werden: Zu Saisonbeginn hatte der VfL rund 42 Millionen für neue Profis hingeblättert. Doch in diesem Jahr holte Wolfsburg aus 24 Spielen nur 25 Punkte.  Aktuell steht der VfL mit sechs Punkten aus sieben Partien auf Platz 14. 

Nach dem 0:1 am Sonntag gegen Aufsteiger Leipzig hatte es erste "Hecking raus"-Rufe gegeben. Allofs hatte seinem Coach nach dem Spiel die Rückendeckung verweigert und ihn damit erstmals offiziell infrage gestellt.

Damit hat sich in dieser Saison auch der dritte norddeutsche Bundesligaclub von seinem Coach getrennt. Zuletzt hatten Werder Bremen und der Hamburger SV ihre Übungsleiter Viktor Skripnik und Bruno Labbadia beurlaubt.