Thomas Bach verfügt einem Medienbericht zufolge über einen Diplomatenpass der Bundesrepublik Deutschland. Bereits seit den 1990er Jahren soll der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) damit reisen, berichtet die Süddeutsche Zeitung. Das für die Ausstellung zuständige Auswärtige Amt habe sich aber nicht konkret dazu äußern wollen.

Über einen entsprechenden Pass zu verfügen bedeutet nicht automatisch diplomatische Immunität. Aber es kann Vorteile verschaffen, etwa bei Kontrollen an Flughäfen.

Nach Angaben der Süddeutschen Zeitung wurden Diplomatenpässe in niedriger fünfstelliger Zahl ausgegeben. Neben Politikern, Regierungsmitarbeitern oder deren Familienangehörigen könnte eine weitere Gruppe einen derartigen Pass bekommen: Personen, die "für Reisen, die sie im amtlichen Auftrag oder im besonderen deutschen Interesse ausführen".

Dieser Passus ist laut SZ in den vergangenen zwei Dekaden leicht modifiziert worden, im Kern aber gleich geblieben. Fraglich ist dabei, welche besonderen deutschen Interessen ein IOC-Mitarbeiter vertritt. Denn in der Olympischen Charta (pdf) heißt es: "Die Mitglieder des IOC nehmen von Regierungen, Organisationen oder Dritten keinen Auftrag oder Weisungen entgegen, die geeignet sind, sie in der Freiheit ihres Handelns oder ihrer Stimmabgabe zu beeinträchtigen."

Die Zeitung hebt hervor, dass Bach FDP-Mitglied sei – das Auswärtige Amt wurde lange Zeit von liberalen Ministern geführt. Aber auch andere IOC-Mitglieder verfügen der SZ zufolge über Diplomatenpässe, zum Beispiel Bachs Vorgänger Juan Antonio Samaranch und das zweite deutsche IOC-Mitglied Walther Tröger. Franz Beckenbauer soll übrigens keinen Diplomatenpass gehabt haben, als er für die Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland warb.