Wer spielte wie gegen wen?

Bayer Leverkusen – RB Leipzig 2:3
VfL Wolfsburg – FC Schalke 04 0:1
SV Darmstadt 98 – FC Ingolstadt 0:1
FSV Mainz 05 – SC Freiburg 4:2
Borussia Mönchengladbach – 1. FC Köln 1:2
FC Augsburg – Hertha BSC 0:0
Borussia Dortmund – FC Bayern München 1:0
TSG Hoffenheim – Hamburger SV 2:2
Werder Bremen – Eintracht Frankfurt 1:2

Welches Spiel durften Sie auf keinen Fall verpassen?

Leverkusen gegen Leipzig. Das muss man gesehen haben. Hier trafen Ralph Hasenhüttl und Roger Schmidt aufeinander, zwei Protagonisten der Rangnickschule. Die geht so: radikales Ballerobern. Rennen auf Teufel komm raus! Deutsche Moderne. ADHS-Fußball mit ständigem Wechsel des Ballbesitzes, etwa so:


Wem beim Zuschauen nicht schwummerig wurde, konnte auch sehen, dass Leverkusen verlor, weil zwei Lieblingsspieler von Schmidt patzten. Julian Baumgartlinger unterlief zunächst ein Eigentor. Okay, passiert. Doch vor dem 2:2 stürzte er, nicht zum ersten Mal in dieser Saison, auf den Gegner – ohne Not und ohne Chance auf Ballgewinn. So entstand ein Riesenraum in der Zentrale, den man den Leipzigern nicht zwei Mal anbieten muss. Dann verträumte Kevin Kampl die Kugel, und es fiel der Siegtreffer der Gäste. Eigentlich war Bayer besser, doch verschoss einen Elfer und liegt nun elf Punkte hinter dem "Leicester City Deutschlands" (Thomas Tuchel). Wenig Angriffsfläche boten die Leipziger auch abseits des Platzes. Diesmal wurden sie von der berüchtigten Leverkusener Hardcore-Fanszene mit Farbbeuteln angegriffen. "Einer hat aus zwei Metern danebengeworfen", sagte Hasenhüttl. "Der soll vielleicht beim nächsten Mal von der Seite kommen, da ist der Bus breiter."

Die Leipziger sind Tabellenführer. Das ist neu. In den vergangenen fünf Jahren hieß der Spitzenreiter nach dem 11. Spieltag immer Bayern (und mit einer Ausnahme auch bis zum Ende). Eine erstickende Dominanz. Doch der Fußballfreund kann in diesen Tagen wieder ein bisschen freier atmen. Kann sein, dass die Bayern bald wieder oben stehen. Aber sie müssen sich mehr anstrengen als zuletzt. Wie absolute Fachmedien vor der Saison prophezeiten: Es ist knapper geworden. Die Münchner wurmt das. Kalle Rummenigge schaute ernst, als er nach der Niederlage über den Platz ging. Philipp Lahm war am TV-Mikro sauer, auch wegen seiner Auswechslung. Am Freitag wird Uli Hoeneß nach gut drei Jahren Auszeit zum Präsidenten gewählt. Sein Comeback findet nicht an der Spitze statt. Für viele Traditionalisten mit Red-Bull-Allergie mag der Anblick der Tabelle widerlich sein. Doch alleine weil sie die Bayern ein bisschen verunsichern, sollten sich die Leipziger ein paar Sympathien auch bei den Romantikern verdient haben.

Welches Spiel konnten Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Augsburg gegen Berlin. Es fielen keine Tore. Wie fast immer, wenn die beiden gegeneinander spielen. Es war das vierte 0:0 der letzten sieben Vergleiche. In den anderen drei fiel nur jeweils eins. Üben die das nicht? Den Augsburgern kann man es andererseits nicht verübeln. Die drei wichtigsten Stürmer sind verletzt. Aber es bleibt dabei: Das Spiel war Zeitverschwendung. Die 90 Minuten hätte man nutzen können, um sich auf YouTube die schönste Szenen Maradonas anzuschauen:

Wer stand im Blickpunkt?

Maik Walpurgis. Den kannte bis vor Kurzem niemand außerhalb von Ostwestfalen. Er trainierte Gütersloh, Herford, Bielefeld und Osnabrück. Zuletzt war er 15 Monate ohne Job. Nun ist er in der Bundesliga. Das Debüt als Trainer von Ingolstadt gelang mit einem 1:0-Auswärtssieg. Es war der erste Sieg des FCI in dieser Saison. Zuvor hatte es Markus Kauczinski vergeblich versucht, den Ingolstädtern das Spiel mit dem Ball beizubringen. Unter Walpurgis machen sie es wieder wie früher, also mehr Rennen und Zerstören. Er holte in einem Spiel mehr Punkte als sein Vorgänger in zehn. Zugegeben, es war nur Darmstadt, doch das kann man Walpurigs ja nicht vorwerfen. Der Sieg des Vorletzten war auch deswegen wichtig, weil sich der HSV aus seiner Gruft zu erheben scheint. Das 2:2 in Hoffenheim war die beste Saisonleistung des Tabellenletzten, zwischendurch führten die Hamburger. Überhaupt war es ihr erster Punktegewinn nach Rückstand. Abwechslung gibt es also auch am Ende der Tabelle. Die TSG hingegen kam nach dem 1:1 in München wieder nur zu einem Remis.