Wer spielte wie gegen wen?

Hertha BSC – Borussia Mönchengladbach 3:0 (2:0)
FC Bayern München – TSG Hoffenheim 1:1 (1:1)
Bayer Leverkusen – SV Darmstadt 3:2 (1:0)
Hamburger SV – Borussia Dortmund 2:5 (0:3)
FC Ingolstadt – FC Augsburg 0:2 (0:0)
SC Freiburg – VfL Wolfsburg 0:3 (0:1)
Eintracht Frankfurt – 1. FC Köln 1:0 (1:0)
RB Leipzig – FSV Mainz 05 3:1 (3:0)
Schalke 04  – Werder Bremen 3:1 (2:1)

Welches Spiel durften Sie auf keinen Fall verpassen?

Dortmund gegen Hamburg, das 5:2. Ein Spiel, an dem der HSV mitwirkt, ist wie ein Tarantino-Film: Es wird düster, man weiß nicht genau, was kommt, aber in jedem Fall wird es wehtun. Am Samstag spielte der BVB in Hamburg den Fiesling. Pierre-Emerick Aubameyang war mit vier Toren besonders böse. Uwe Seeler gab den netten Opa, dem das Stadion vorher ein Geburtstagsständchen zum 80. gesungen hatte. Als der Horrorfilm zu Ende war, muss er sich auch mindestens so alt gefühlt haben, so scheußlich spielte der HSV. "Außer Uwe könnt ihr alle gehen", riefen die Fans und flüchteten weit vor dem Abpfiff. Die, die blieben, machten eine La Ola. Die Nordlichter haben eben Humor. Oder freuten sie sich bloß darüber, dass der HSV gegen den BVB die Hälfte seiner Saisontore schoss (zwei)? Neben der Torschützenliste gibt es auch die der Vorlagengeber. Bei den ersten drei BVB-Toren durfte man dreimal HSV eintragen. Diese Patzer Einladungen zu nennen, wäre untertrieben. Hamburg nötigte den BVB zum Toreschießen. Die Abwehrspieler Djourou, Spahić und Cléber wirkten wie Statisten, denen keiner gesagt hatte, dass ihre Aufgabe im Verteidigen besteht. Cléber wurde in der 31. Minute vom Feld genommen. Köstlich auch die Analyse von Markus Gisdol: "Das Problem ist, dass diese Fehler jede Woche anderen passieren." Soll heißen: Ich kann aufstellen, wen ich will, keine meiner Luschen kann irgendwas.

Welches Spiel konnten Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Bayern gegen Hoffenheim, den Plastikgipfel. Die Gäste freuten sich nach dem 1:1 über den verdienten Punktgewinn. Doch die Bayern laufen Hoffenheim mittlerweile den Rang als Plastikclub ab. Der Hintergrund: Das Schicksal des FCB ist verknüpft mit einem Pottwal, der vor drei Jahren an einen spanischen Strand geschwemmt wurde. Er starb an den Folgen von siebzehn Kilogramm Plastikmüll im Magen. Plastik tötet. Forscher schätzen, dass allein im Pazifik eine Plastikmüllinsel treibt, die halb so groß wie Australien ist. Doch bald ist das alles vergessen, denn Adidas rettet die Welt. Gegen Hoffenheim liefen die Bayern in einem Sondertrikot auf, das Adidas komplett aus Plastikmüll nähen ließ. 28 Flaschen ergaben ein Trikot, Trappatoni wäre stolz. Auch Real Madrid wird demnächst ein solches Dress tragen. In Deutschland ist der Starnberger See, der Drittwohnsitz vieler Münchner Millionäre, besonders vom Plastikmüll bedroht. Adidas' Engagement ist überfällig.

Die Bayern hätten übrigens gewonnen, wenn der Pfosten aus Plastik gewesen wäre. Doch ist er aus Aluminium, so klatschte der Ball zwei Mal nur ins Aus.

Wer stand im Blickpunkt?

Die Torjäger, die Diven des Fußballs. Niemand anders im Fußball unterliegt solch starken Stimmungsschwankungen wie sie. Thomas Müller, der sein letztes Bundesligator im April schoss, sagte nach seinem nächsten Spiel ohne Tor: "Mir klebt die Scheiße an den Stiefeln." So genau wollte man es gar nicht wissen. Andere wiederum haben weniger Unappetitliches am Schuh. Herthas Salomon Kalou zum Beispiel. Der traf dreimal, Dortmunds Aubameyang viermal. Sogar Mario Gómez schoss zwei Tore. Bilbaos Aritz Aduriz gelang am Donnerstag gegen Genk sogar das Kunstwerk, fünf Tore zu schießen. Es war ein Stürmerwochenende. Vielleicht wird Mailanden deshalb jetzt ein Trend: am Montag unerlaubt nach Italien fliegen, am Mittwoch dafür mit einem Tribünenplatz bestraft werden und am Samstag vier Tore schießen. Do it like Aubameyang! Am Samstag lief er nach seinem ersten Treffer zum Trainer Tuchel und hauchte ihm ein "Sorry again" ins Ohr. Rührend. Kalou arbeitete schnörkellos. Zwei Tore erzielte er direkt, nur beim 2:0 benötigte er zwei Ballkontakte, bevor er abschloss. Mit ihm freut man sich besonders. Anfang September waren innerhalb weniger Tage der Vater und die Tante des Ivorers gestorben. Kalou bekam daraufhin vom Trainer frei. Seine drei Tore haben seine Trauer gelindert.