Wer spielt wann gegen wen?

SC Freiburg – RB Leipzig (Freitag, 20.30 Uhr)
FC Ingolstadt – VfL Wolfsburg
Eintracht Frankfurt – Borussia Dortmund
Borussia Mönchengladbach – TSG Hoffenheim
1. FC Köln – FC Augsburg
Hamburger SV – Werder Bremen (alle Samstag, 15.30)
Bayern München – Bayer Leverkusen (Samstag, 18.30)
FC Schalke 04 – SV Darmstadt 98 (Sonntag, 15.30)
Hertha BSC – FSV Mainz 05 (Sonntag, 17.30)

Welches Spiel dürfen Sie auf keinen Fall verpassen?

Bayern gegen Leverkusen. Rostow, schon mal gehört? Da hielt oder hält sich Wiktor Janukowytsch auf, der ehemalige korrupte Präsident der Ukraine. Und jetzt steht der Ort fast in einer Reihe mit Vestenbergsgreuth. Auch dort verloren die Bayern mal, sagen wir es gemäßigt, unerwartet. Karl-Heinz Rummenigge, dessen Nase die Eiseskälte in Vereinsfarben verwandelt hatte, maßregelte nach dem 2:3 in dieser Woche Jérôme Boateng öffentlich. Der müsse wieder "back to earth". Sollte heißen: weniger PR-Termine und Verletzungen, bitte, mehr Leistung! In Russland sah man von Boateng tatsächlich wenig Bodenständiges, eher präguardiolisches Abwehrverhalten. So kennt man ihn noch aus seiner Zeit in Hamburg. So ist der Gruppensieg futsch und am Samstag tritt man als Tabellenzweiter in der Bundesliga an. Wer aus der Ecke Ruhrpott oder aus der Ecke Sachsen kommt, wird zwar nun vielleicht sagen: Weiß gar nicht, was ihr habt? Die Ancelotti-Bayern können einem doch ganz gut gefallen. Doch in München erkennt man langsam: Seit der spanische Startrainer weg ist, ist die Leistung der Mannschaft ziemlich erdig.

Nun wird Uli Hoeneß am Freitag zum Präsidenten wiedergewählt. Er war wohl doch nicht überflüssig, wie es zuletzt schien. Die Situation ist wie geschaffen für ihn, statt 98 wird er nun 99 Prozent der Stimmen erhalten. Und wie man ihn und seine Aura kennt, wird zeitgleich der Konkurrent RB Leipzig das Spiel in Freiburg vergeigen.

Welches Spiel können Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Hamburg gegen Bremen. "Es ist weder ein Endspiel noch ein Schicksalsspiel", sagte Hamburgs Trainer Markus Gisdol. Warum sollte man es dann sehen? Weil man einem der beiden Clubs anhängt, klar. Aber sonst? Am guten Fußball kann es nicht liegen. Der HSV hat gerade mit einem 2:2 in Hoffenheim den größten Saisonerfolg gefeiert. Bremen hat bei den jüngsten vier Niederlagen nicht ganz so hoch wie früher verloren. Das beste Team im Norden ist längst der VfL Wolfsburg. Der steht im Moment auf Platz 14, also vor Hamburg und Bremen. Deren Aufeinandertreffen war 2009 noch das Halbfinale im Uefa-Pokal. Heute gehört die Abstiegsgefahr zum Nordderby wie Pinkel zum Grünkohl.

Der Qualitätsverlust bleibt den Zuschauern nicht verborgen, Uwe Seeler macht sich Sorgen und die Stimmung im Volkspark ist nicht mehr wie früher. Die Fans könnten ihren HSV in den Heimspielen gerne ein bisschen fester anfeuern, darum bat der Mannschaftsrat in einem offenen Brief. Für den SV Werder ist es das erste Spiel nach der Ära Willi Lemke. Er hat bei den Bremern künftig keinen Posten mehr inne, das ist das Ergebnis einer langen Jahreshauptversammlung. "Jetzt habe ich aber Durst wie ein Pferd", sagte Präsident Hubertus Hess-Grunewald zum Ende. Geht dem Norden nach dem Erfolg auch noch das Wasser aus?


Wer steht im Blickpunkt?

Änis Ben-Hatira. Der arbeitet weiter an seinem bunten Portfolio aus Schlagzeilen. Im Januar, als Spieler von Hertha BSC, wurde er im Mannschaftsbus handgreiflich. Im April, als Spieler von Eintracht Frankfurt, postete er ein Foto von Kanülen und Dopingmitteln auf Snapchat. Inzwischen ist er Spieler von Darmstadt 98 und hat noch einen draufgesetzt: Er tritt als Werbefigur des Vereins Ansaar aus Düsseldorf auf. Dieser sieht sich selbst als Hilfsorganisation, wird vom Verfassungsschutz Nordrhein-Westfalen aber als "Teil der extremistisch-salafistischen Szene" (PDF) geführt.

Auf dem Feld ist Ben-Hatira weniger präsent. Darmstadt ist allenfalls daheim bundesligareif und hat alle Auswärtsspiele verloren. Am Sonntag tritt das Team in Gelsenkirchen an. Auch bei Schalke 04 treffen Sport und Politik aufeinander. Der Hauptsponsor Gazprom ist ein russisches Staatsunternehmen. Während Ansaar Spenden für ein Krankenhaus in Syrien sammelt, wird Russland von den USA für Luftangriffe auf Krankenhäuser in Syrien verantwortlich gemacht. Wie man's macht, macht man's verkehrt.