Uli Hoeneß ist von der Vollversammlung des FC Bayern München erneut zum Vereinspräsidenten gewählt worden. Er erhielt rund 98 Prozent der Stimmen. Von den knapp 7.000 Anwesenden stimmten 108 gegen Hoeneß, 58 enthielten sich. Einen Gegenkandidaten gab es nicht. Das Amt hatte Hoeneß bereits von 2009 bis 2014 inne gehabt.

"Dass ich heute hier stehen kann, habe ich zwei Familien zu verdanken: Meiner privaten Familie – und der Familie des FC Bayern", sagte Hoeneß, der für seine Rede viel Applaus, aber auch einige Buhrufe erhielt. Er habe während seiner Haftstrafe in Tausenden Briefen viel Zuspruch erhalten, das habe im Kraft gegeben. Nun bitte er um eine zweite Chance. "Ich habe Fehler gemacht und respektiere jeden im Saal, der mir seine Stimme heute nicht gibt."

Zuvor war Hoeneß von den Mitgliedern euphorisch bei der Versammlung begrüßt worden. "Es ist ein wichtiger Moment für den Club – und Uli Hoeneß ein bedeutender Mann für den Verein", sagte Trainer Carlo Ancelotti, der die Halle allerdings noch vor der Wahl verließ. Auch der scheidende Präsident Karl Hopfner wurde mit lang anhaltendem Beifall gefeiert, als er die Versammlung in München wegen des großen Andrangs mit rund 25 Minuten Verspätung eröffnete. "Das berührt mich wirklich", sagte Hopfner.

Hoeneß war im März 2014 wegen Steuerhinterziehung von fast 30 Millionen Euro zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Nur einen Tag später trat er von seinen Ämtern als Präsident und Aufsichtsratschef des FC Bayern zurück. Im Juni 2014 trat er dann seine Haftstrafe an und wurde bereits Anfang 2015 Freigänger. Seitdem arbeitete Hoeneß tagsüber in der Jugendabteilung des FC Bayern und wurde schließlich Ende Februar aufgrund einer selten angewandten Halbstrafenregelung bereits nach 21 Monaten auf Bewährung entlassen.

Bereits am Freitagnachmittag hatte der FC Bayern Rekorde bei Umsatz und Gewinn gemeldet. Der vom Verein ausgegliederte Gesamtkonzern steigerte im vergangenen Jahr seinen Umsatz um über 100 Millionen Euro auf einen Rekordwert von 626,8 Millionen Euro. Der Gewinn liegt bei 33 Millionen Euro und damit rund zehn Millionen Euro über dem bisherigen Rekord aus der Saison 2014/15.