Magnus Carlsen: Der neue ist der alte Sieger

Der Herausforderer Karjakin kratzte gehörig am Mythos des Weltmeisters. Doch mit einem wunderschönen Zug beendete Carlsen die WM. Das WM-Finale im Live-Blog
Magnus Carlsen auf der Pressekonferenz nach seinem Sieg © Mark Kauzlarich/Reuters

Die Schach-WM 2016 hat einen Sieger, es ist der alte Sieger. Weltmeister Magnus Carlsen hat im Tiebreak Sergej Karjakin besiegt. Die Runde aus vier Schnellschachpartien gewann der Norweger 3:1. Wie zehn ihrer zwölf Partien in den Wochen zuvor endeten die ersten beiden Partien an diesem Mittwoch remis. In der zweiten Partie vergab Carlsen eine gute Chance auf einen Sieg.

Die Vorentscheidung fiel in der dritten Partie. In Zeitnot beging Karjakin einen Fehler, den Carlsen zur 2:1-Führung nutzte. Damit ging er erstmals in diesem WM-Finale überhaupt in Führung. Karjakin, der sich wochenlang virtuos verteidigt hatte, musste in der vierten Partie angreifen. Er musste Carlsen schlagen, wenn er noch eine Chance haben wollte. Doch das ist nicht das Spiel des Defensivmeisters.

Gewinnen gehört aber nun mal auch zum Schach. Ganz ohne geht es nicht. Zwar war das Lob für den Herausforderer Karjakin, das nicht nur Carlsen aussprach, überaus berechtigt. Was Karjakin gelungen ist: den Mythos Magnus gehörig anzukratzen. Doch am Ende fand diese äußerst umkämpfte WM, die überraschend ausgeglichen verlief, einen verdienten Sieger, weil er in den entscheidenden Momenten die Initiative ergriff. Magnus Carlsens wunderschöner Zug mit der weißen Dame geht wohl in die Schachgeschichte ein.

Carlsens Mattzug


Lesen Sie den Tiebreak in unserem Live-Blog nach. Das waren die Autoren: Ulrich Stock, der Schachreporter der ZEIT. Harry Schaack, Fide-Meister und Herausgeber des kulturellen Schachmagazins Karl, das 2014 mit dem Deutschen Schachpreis ausgezeichnet wurde. Und Julian Ritter für das Sportressort von ZEIT ONLINE in Berlin.

  • 02:11 Uhr
    Ulrich Stock

    Hier ist nun gleich Siegerehrung, und ZEIT ONLINE schließt das Blog-Kontor. Danke für die Aufmerksamkeit. New York geht jetzt noch nicht zu Bett, zum einen, da es erst acht ist, zum anderen, da diese Stadt bekanntermaßen niemals schläft.

  • 02:03 Uhr
    Harry Schaack

    Gute Nacht an alle da draußen!

  • 01:36 Uhr
    Ulrich Stock

    Karjakin stellt sich den Fragen des russischen Fernsehens. Links neben ihm Andrej Filatow, Milliardär und Vorsitzender des Russischen Schachverbandes:

  • 01:23 Uhr
    Ulrich Stock

    Ilya Merenzon, CEO von Agon, nennt Zuschauerzahlen:

  • 01:22 Uhr
    Julian Ritter

    Die letzten Sekunden der Weltmeisterschaft 2016

  • 01:17 Uhr
    Ulrich Stock

    Carlsen über seine Strategie

  • 01:16 Uhr
    Ulrich Stock

    Karjakin über seine Strategie

  • 01:14 Uhr
    Ulrich Stock

  • 01:12 Uhr
    Harry Schaack

    Als Karjakin mit nur zwölf Jahren jüngster Großmeister der Geschichte wurde, kündigte er an, Weltmeister zu werden. Ist sein Traum ausgeträumt? Oder wird er noch eine Chance bekommen?

  • 01:07 Uhr
    Julian Ritter

    Garri Kasparow, früherer Weltmeister, heute politisch aktiv, versieht seine Glückwünsche mit Spitzen gegen beide Kontrahenten.

  • 01:06 Uhr
    Ulrich Stock

    Carlsen dankt Karjakin.

  • 01:06 Uhr
    Harry Schaack

    Es war sicherlich das schwerste Match, das Carlsen bislang zu überstehen hatte, aber er hat die Nerven behalten. 

  • 01:04 Uhr
    Ulrich Stock

    Das Lächeln des Siegers

  • 01:00 Uhr
    Ulrich Stock

    Sergej Karjakin nach der Niederlage, Tränen in den Augen.

  • 01:00 Uhr
    Ulrich Stock

    Gratulation zum norwegischen Sieg an den Kollegen Kurt Haugli von Aftenposten. Haugli, grinsend: "Ich war's nicht."

  • 00:56 Uhr
    Julian Ritter

    Die Großmeister Caruana, Giri und Polgár gratulieren dem Sieger auf Twitter.

  • 00:54 Uhr
    Ulrich Stock

    Karjakins Manager Kyrillos Zangalis

  • 00:53 Uhr
    Harry Schaack

    Resümierend kann man sagen, Carlsen hat verdient den WM-Kampf gewonnen, auch wenn es knapp war.

  • 00:53 Uhr
    Ulrich Stock

    Karjakins Manager Kyrillos Zangalis ist enttäuscht. Er lässt das Match kurz Revue passieren. Wenn Sergej die zehnte Partie nicht verloren hätte! Heute habe Magnus sehr gut gespielt. Sergej sei erschöpft gewesen.

  • 00:51 Uhr
    Harry Schaack

    Betrachtet man den WM-Kampf insgesamt, stand Carlsen zwar nach der Niederlage  in der achten Partie mit dem Rücken zur Wand und hatte sogar Glück, dass er das Match noch ausgleichen konnte. Doch tatsächlich hat der Herausforderer zu wenig gezeigt, hat mehr reagiert als agiert. Carlsen hat dagegen stets die Initiative übernommen und stand mehrfach kurz vorm Sieg, wenngleich ihm diesmal bei der Umsetzung des Vorteils einige Schnitzer unterliefen, die man sonst nicht von ihm kennt. 

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