Wer spielte wie gegen wen?

SC Freiburg – RB Leipzig 1:4
Eintracht Frankfurt – Borussia Dortmund 2:1
FC Ingolstadt – VfL Wolfsburg 1:1
Borussia Mönchengladbach – TSG Hoffenheim 1:1
1. FC Köln – FC Augsburg 0:0
Hamburger SV – Werder Bremen 2:2
Bayern München – Bayer Leverkusen 2:1
FC Schalke 04 – SV Darmstadt 98 3:1
Hertha BSC – FSV Mainz 05 2:1

Welches Spiel durften Sie auf keinen Fall verpassen?

Das Nordderby zwischen Hamburger und Bremen. In den ersten 45 Minuten war es ein rasantes, teilweise vogelwildes Fußballspiel mit vier Toren, und man mag es kaum glauben: mit ansprechendem Fußball. Bei der Vorlage von Nicolai Müller zu Hamburgs 2:1 grätschte so manchem Fernsehreportern das Wort "Weltklasse" über die Zunge. Auch die Leistung von Serge Gnabry zum 2:2-Endstand kurz vor dem Halbzeitpfiff war mehr pochiertes Wachtelei als das erwartete labbrige Backfischbrötchen vom Vortag. Dass Fin Bartels hingegen aussah wie ein französischer Meisterkoch, enttarnte vielleicht auch ein bisschen die absurden Defensivschwächen. Die Viererketten verbesserten sich zwar nach dem Wiederanpfiff, doch das barg für die Zuschauer das nächste Problem: In der 2. Halbzeit verendeten die Angriffe beider Mannschaften. Leblos waren auch die Abstöße Jaroslav Drobnýs. Der Torhüter der Bremer, ein ehemaliger Hamburger, quälte sie mit der Präzision eines Thomas-Müller-Abschlusses ins Seitenaus oder zum Gegner. Das Hamburger Publikum johlte über den Wiederkehrer. Doch Schadenfreude ist keine Einbahnstraße. Die Bremer Fans konnten auf folgende Fakten verweisen: Der HSV bleibt sieglos Letzter.

Welches Spiel konnten Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Frankfurt gegen Dortmund. Das klingt kurios. Immerhin gewann die Eintracht in einem spannenden Fußballspiel 2:1 und schaffte eine kleine Sensation. Trotz des Sieges des Kleinen gegen den Großen machte die Partie den neutralen Beobachter beklommen. Zwar hat Frankfurt den Huszti (Torschütze und Vorbereiter) – doch krank wirkte nur der Borusse. Leiden sie vielleicht an einem überschätzten Trainer? "Die Leistung war ein einziges Defizit", klagte Thomas Tuchel nach dem Spiel. Seine Kritikpunkte an den Spielern: fehlende Moral, mangelnde Leistungsbereitschaft. Doch war vielleicht die seltsame Aufstellung das größte Defizit? Erneut rotierte Tuchel seine Mannschaft durcheinander, vor allem die Abwehr litt unter der neuesten Neuausrichtung. Seine besten Fußballer setzt Tuchel sehr oft nicht oder zu spät ein. Ousmane Dembélé, ein ungeschliffener Diamant, kam wieder nur von der Bank. Adrián Ramos stürmte dafür – jedoch nur auf dem Papier. Erst als Tuchel diese Unzulänglichkeit nachbesserte (mit dem ersten Dreifachwechsel der Dortmunder Bundesliga-Geschichte), fühlte man den Dortmunder Puls. Dembélé gelang erst eine Torvorlage per Flanke, dann ein Kuss von einem Schuss an die Latte. Dembélé spielte auf dem Feld groß auf, sein Trainer nur auf der Pressekonferenz.

Wer stand im Blickpunkt?

Die Problem-Bayern. Wäre der Fußball eine gerechte Angelegenheit, hätten die Bayern auch am Samstag nicht gewonnen. Es wäre für den Meister das dritte sieglose Bundesliga-Spiel hintereinander gewesen. Doch der Fußball ist anders. Kurz vor Schluss wollte Kevin Volland zum Leverkusener Ausgleich köpfen, das Tor war leer. Bayerns Javi Martínez schob jedoch henryesk seine Hand dazwischen. Elfmeter und Dunkelrot für den Spanier, eigentlich. Doch was alle sahen, sah der Schiedsrichter nicht. Schon zuvor hatten sich die Bayern nicht allzu viele Komplimente von Präsidenten-Rückkehrer Uli Hoeneß erspielt. Die beiden Tore beim 2:1 entsprangen einem Abstauber und einer Standardsituation. Die Münchner schlossen Angriffe so schlampig ab, dass Leverkusens Bernd Leno zur Abwechslung sogar ein paar Bälle hielt. Thomas Müller steht deshalb immer noch ohne Bundesliga-Tor da, Robert Lewandowskis Quote liegt bei zwei Toren aus den vergangenen neun Partien. Von Hoeneß, mit überragender Mehrheit am Freitag in sein Amt zurückgewählt, erhoffen sich die Münchner das Comeback der Operation Attacke. Auf dem Platz täte mehr Präzision im Angriff auch gut.