Wer spielt wann gegen wen?

Mainz 05 – Bayern München (Freitag, 20:30 Uhr)
TSG Hoffenheim – 1. FC Köln
Borussia Dortmund – Borussia Mönchengladbach
Bayer Leverkusen – SC Freiburg
VfL Wolfsburg – Hertha BSC
Werder Bremen – FC Ingolstadt (alle Samstag, 15:30)
RasenBallsport Leipzig – Schalke 04 (Samstag, 18:30)
Darmstadt 98 – Hamburger SV (Sonntag, 15:30)
FC Augsburg – Eintracht Frankfurt (Sonntag, 17:30)

Welches Spiel dürfen Sie auf keinen Fall verpassen?

Leipzig gegen Schalke. Die Schalker haben seit sieben Ligaspielen nicht mehr verloren. Leipzig hat einen noch besseren Lauf und die jüngsten sieben Ligaspiele gewonnen. In der Tabelle haben die Leipziger fast doppelt so viele Punkte, weil die Schalker unter ihrem neuen Trainer Markus Weinzierl mit fünf Niederlagen in die Saison gestartet sind. Das lag sicher auch an den fünf Gegnern, die heute auf Platz 2 bis 6 der Liga stehen. Aber wer gegen die verliert, hechelt der Spitzengruppe eben hinterher, so hart ist die Bundesliga. Wer es sanfter mag, sollte in Leipzig am Samstag besser ins Eros-Ramazzotti-Konzert als ins Stadion daneben gehen.

Schalke, umsatzstark und etabliert, geriert sich als Underdog. "Wir sind selbstbewusst genug, am Samstag etwas mitzunehmen", sagt Weinzierl, als wäre er noch Trainer des FC Augsburg. Ralf Fährmann, Schalkes Torhüter, will den Gegnern auf dem Platz zeigen, "wie ehrlicher, echter Bundesligafußball geht". Das wird die Leipziger interessieren, die sich lieber über ihre lernwilligen Spieler als über ihre Transfers definieren. Die Ultras Gelsenkirchen verkünden vor dem Spiel, dass "Werte, Tradition und Leidenschaft für kein Geld dieser Welt zu kaufen sind". Regenjacken schon, deshalb haben sie sich einen Satz aus feinstem Polyhexamethylenadipinsäureamid synthetisieren lassen, um gegen den Plastikclub ein einheitliches Bild abzugeben.

Welches Spiel können Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Wolfsburg gegen Hertha. Hinfahren ist schon mal schwierig. Das Wolfsburger Stadion ist vom Bahnhof zwar gut zu Fuß zu erreichen. Dazu müssten die ICE-Züge aus Berlin dort aber anhalten. Damit gibt es in Wolfsburg ein wiederkehrendes Problem. Wer es trotzdem ins Stadion schafft, sieht einen VfL, der sich knapp vor den Abstiegsplätzen hält. "Gerade wo es VW schlecht geht, spielt auch noch der VfL scheiße", sagte ein hochrangiger Konzernmitarbeiter. Vergangene Woche reichte es nur wegen des Torwarts Diego Benaglio zu einem Unentschieden in Ingolstadt.

Die Hertha steht in der Tabelle gut, vor allem weil sie ihre sechs Heimspiele gewonnen hat. Auswärts überzeugen Pál Dárdais Männerfußballer aber nicht so recht. Dabei sind die Herthaner doch chronisch unzufrieden mit ihrer zugigen Heimspielstätte. In Berlin sprach man von verlorenen Punkten, weil das Publikum wenig Druck auf Teams und Schiedsrichter ausüben könne. Trotz der Heimserie sucht die Hertha weiter nach einem Standort für einen Neubau. Das brandenburgische Umland hat es dem Verein angetan, der gerade hipper Hauptstadtclub werden will. Sonst gäbe es noch eine Kleingartenanlage im früheren Ost-Berlin, die der Hertha gehört. Dort hält nicht mal ab und zu ein ICE, sondern nur eine Straßenbahn.

Wer steht im Blickpunkt?

Anthony Modeste und Kevin Vogt. Mit zwölf Toren in zwölf Spielen hat sich Modeste auf Platz 2 der Torjägerliste und den 1. FC Köln auf Platz 5 der Tabelle geschossen. Am Samstag tritt er bei seinem Ex-Club Hoffenheim an. Beide Teams bewegen sich in der Bundesliga sonst zuverlässig zwischen vorderem Mittelfeld und hinterem Mittelfeld wie die Spieler der Schach-WM zwischen knappem Remis und klarem Remis. In dieser Saison halten sich beide in der Spitzengruppe.

Hoffenheim hat mit der Defensive um den Ex-Kölner Kevin Vogt noch kein Spiel verloren, Köln mit der Offensive um den Ex-Hoffenheimer Modeste schon sechs Siege geholt. Beide sind tragende Säulen: Modeste hat doppelt so viele Tore geschossen wie alle anderen Kölner zusammen. Hoffenheim hat in den wenigen Spielen ohne Vogt doppelt so viele Gegentore kassiert wie mit ihm. Wenn nach dieser Saison auch noch das Kölner Maskottchen (Geißbock Hennes VIII.) mit seinem Hoffenheimer Pendant (Elch Hoffi) die Plätze tauscht, muss Real Madrid zittern.