Wer spielte wie gegen wen?

FC Schalke 04 – Eintracht Frankfurt 0:1
SV Werder Bremen – FC Bayern München 1:2
RB Leipzig – TSG Hoffenheim 2:1
VfL Wolfsburg – FC Augsburg 1:2
SV Darmstadt 98 – 1. FC Köln 1:6
FC Ingolstadt – Hamburger SV 3:1
Bayer Leverkusen – Borussia Mönchengladbach 2:3
SC Freiburg – Hertha BSC 2:1
FSV Mainz 05 – Borussia Dortmund 1:1

Welches Spiel durften Sie auf keinen Fall verpassen?

Leverkusen gegen Gladbach. Diese Dramaturgie ließ sich sehen. Leverkusen, das nach dem Sieg in der Vorwoche gedacht hatte, nun wird nach vermurkster Hinrunde alles gut, konnte sich zur Halbzeit bestätigt wähnen. 2:0-Führung durch zwei Eckbälle. Denkste! Gladbach hingegen wäre mit einer weiteren Niederlage noch tiefer gesunken. Auch denkste! Denn die Borussia hat ja Lars Stindl, den Kapitän, einen der zuverlässigsten Spieler. Es war wieder so ein Tag, an dem er keine drei Chancen für zwei Tore brauchte. Dann tanzte noch Raffael und Gladbach stand als Sieger da. Bedröppelt schaute vor allem Jonathan Tah, erst war er Torschütze, dann sah der Leverkusener Abwehrspieler bei zwei Gegentoren recht tapsig aus. Roger Schmidts Gesicht erstarrte zur Maske. Dieter Hecking, dem Derbys eigentlich nicht liegen, strahlte die Sonne aus allen Poren. Schade bloß, dass es um nichts mehr ging.

Welches Spiel konnten Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Darmstadt gegen Köln. Lilien sind Pflanzen, die zäh sind, die sich zu verteidigen wissen. Wurzeln schlagen ist im Fußball aber keine sonderlich erfolgversprechende Abwehrstrategie, wie die Darmstädter nun erfahren mussten. Die Kölner schossen ungehindert Tore, was sie wohl bass erstaunte. So fuhren die Hessen die höchste Heimniederlage seit 1979 ein, damals verloren sie unter dem Schlapphuttrainer Klaus Schlappner gegen Stuttgart 1:7, für den Dieter Hoeneß zwei Tore schoss. Das Spiel litt auch unter den Begleitumständen. Der Kölner Anthony Modeste verpasste Aytac Sulu eine Faust und einen Cut auf der Stirn. Die Sieger schlugen die Verlierer. Und dem 98-Coach Torsten Frings fiel zum Rauswurf Änis Ben-Hatiras, der mit einer Al-Kaida-nahen Organisation kooperiert, nichts besseres als folgendes Argument ein: "Für mich als Trainer wäre es schwer geworden, ihn zu bringen, weil ich glaube, ein Pfeifkonzert tut der Mannschaft nicht gut." Fußballtrainer sind keine Minister, klar, aber ein bisschen politischer darf's in diesen Zeiten schon sein.

Wer stand im Blickpunkt?

Die Leipziger. Wer geglaubt hätte, die Leipziger hätten durch die harte Niederlage in München im Dezember ihren Glauben an sich verloren, muss sich getäuscht sehen. Sie drehen den Sternedeutern eine lange Nase und hüpfen noch immer wie ein wildes Meer auf den Gegner. Kein Spiel hatte Hoffenheim bis dahin verloren, dann kamen die Bullen. Der TSG gelang zwar die Führung mit einem großräumigen, wunderschönen Konter, den Nadiem Amiri abschloss, ein Deutscher afghanischer Abstammung, für den Leipzig schon mal eine achtstellige Summe geboten hatte. Danach jedoch trafen die Leipziger zweimal, mit "typischen Leipziger Toren", wie Julian Nagelsmann mit einem Lächeln im Gesicht sagte. Was er sagen wollte: Sie schossen Glückstore, Scheißtore. Marcel Sabitzers Siegtreffer zum 2:1 war abgefälscht und vor dem 1:1 wechselte der Ball in wenigen Sekunden mehrfach den Besitzer, wie so häufig bei diesem Zappelphilippfußball. Es gaukelt und schaukelt, rappelt und zappelt, bis der Ball im Netz liegt. Timo Werner war wieder mal als letzter dran.

Das Spitzenspiel war ein Œuvre der deutschen Fußballmoderne: intensiv, rasant, umkämpft, bloß halt wenig Spiel. Ist ja eigentlich nicht der Stil von Jogi Löw, doch der anwesende, an der Nase gezeichnete Bundestrainer fand Komplimente für das Spiel. Angeblich hat er ein Auge auf Werner geworfen, auch auf Sandro Wagner, der allerdings eine Rote Karte wegen rohen Spiels sah, sie aber mit Anstand hinnahm und sich artig beim Gegner und dem eigenen Team entschuldigte. Leipzig hat jetzt elf Punkte Vorsprung auf Dortmund, den nächsten Gegner, und bereits am 18. Spieltag mit 42 Punkten das Saisonziel jeden Aufsteigers erfüllt. Vor allem steht RB den Bayern in Sachen Effizienz und Duselsiegen in nichts nach. Das könnte sich als Kernkompetenz in diesem Titelrennen erweisen.