Die Berliner Polizei hat 96 Fußballfans festgenommen, die mutmaßlich an einer Massenschlägerei vor dem Bundesligaspiel zwischen Hertha BSC Berlin und Eintracht Frankfurt am Samstag beteiligt waren. Die Beamten griffen in die Auseinandersetzung im Stadtteil Moabit ein und zogen dabei ihre Dienstwaffen, um sich zu schützen, teilte die Polizei mit. 73 der Festgenommenen stammten demnach aus Hessen.

Die Randalierer hätten sich gegenseitig mit Flaschen, Bierkisten, Stühlen und Feuerwerkskörpern beworfen. Als die ersten Einsatzkraftwagen eintrafen, hätten etwa 60 Männer die Polizei angegriffen. "Als der Mob auf die Beamten losstürmte, zogen diese ihre Dienstwaffen und verhinderten somit offenbar einen körperlichen Übergriff", teilte die Polizei mit. Nach und nach seien weitere Beamte eingetroffen, die die Verfolgung aufnahmen. Dabei seien auch zwei Polizeifahrzeuge beschädigt worden.

Gegen die Festgenommenen wurden Platzverweise und Stadionverbote ausgesprochen. Sechs von ihnen kamen verletzt in Krankenhäuser, einer wurde stationär behandelt.     

Ein Video auf Facebook zeigt Anwohner, die vor der Schlägerei flüchten. Autofahrer vor der dortigen Aral-Tankstelle wenden. Zu sehen sind schwarz gekleidete Randalierer, einige von ihnen sind vermummt. Auf einem anderen Video auf YouTube sind Jagdszenen an mehreren Orten zu sehen.

In Moabit liegt ein Szenetreffpunkt der Herthaner

Warum es zur Massenschlägerei kam, ist noch unklar. Ob die Berlin-Besucher gezielt einen Treffpunkt von Herthanern aufgesucht hätten, um diese zu malträtieren oder ob es sich um eine gezielte Verabredung zu einer Schlägerei zwischen Hooligans gehandelt habe, ist laut Polizei Gegenstand der laufenden Ermittlungen.

Der Tagesspiegel berichtet, dass in der Beusselstraße in Moabit ein Szenetreffpunkt von Hertha-Ultras liegt. Nach Angaben der Zeitung handelte es sich offenbar nicht um eine verabredete Schlägerei, sondern um einen geplanten Angriff von Frankfurtern auf den Treffpunkt.

In der Vergangenheit kam es bereits häufiger zu Auseinandersetzungen zwischen den Fanlagern von Eintracht Frankfurt und Hertha BSC. Im März 2016 hatten sich etwa 150 gewaltbereite Fans im Stadtteil Prenzlauer Berg geschlagen. Die Partie zwischen den Mannschaften gilt daher als Risikospiel. Im Stadion herrscht Alkoholverbot, es gibt strengere Kontrollen als üblich und mehr Ordner. Das Spiel an diesem Samstagabend gewann Berlin mit 2:0.