Wer spielt gegen wen?

Benfica Lissabon – Borussia Dortmund
Paris St. Germain – FC Barcelona (beide Dienstag, 20.45 Uhr)

Muss man sich Sorgen um Borussia Dortmund machen?

Eigentlich ja schon. Dortmund ist in der Bundesliga nur Vierter, tolle Auftritte wechseln sich mit Enttäuschungen wie dem 1:2 in Darmstadt ab. Thomas Tuchel agiert dabei nicht immer glücklich. Gerne beruft sich Dortmunds Trainer nach Niederlagen auf den personellen Umbruch im Sommer, fast schon genüsslich tat er das nach der Niederlage in Darmstadt. Die Abgänge seien für seine nun extrem junge Mannschaft nicht zu ersetzen, sagt Tuchel dann. Ein Fingerzeig in Richtung der Vereinsführung? BVB-Boss Hans-Joachim Watzke hatte im Frühjahr 2016 gesagt, es würden keinesfalls alle drei Leistungsträger den Verein verlassen. Zack, waren Hummels, Gündoğan und Mchitarjan weg. Tuchel bekam als Ersatz André Schürrle, den er unbedingt nach Dortmund holen wollte, und Mario Götze, den er nicht so unbedingt wollte. Das Verhältnis zwischen Watzke und Tuchel ist seitdem angespannt, dazu kommt der Imageverlust rund um die Sperrung der Südtribüne. Manche sagen sogar, der BVB befinde sich in der größten Krise seit der abgewendeten Insolvenz 2005.

Aber, und das ist das Schöne an diesem Abend: Da kommen die Champions League und Benfica Lissabon ganz recht. In Portugal scheint die Sonne bei 17 Grad und, ach ja, Mannschaften auf Augenhöhe liegen den Dortmundern. Dann passt die Einstellung, dann zeigt der BVB sein schönes Gesicht. In der Königsklasse schnappte sich der BVB in der Gruppenphase vor Real Madrid den ersten Platz, gegen Bayern München gewann Dortmund nicht unverdient und auch beim 1:0 gegen Leipzig waren sie klar überlegen. Schwer wird es eigentlich dann, wenn der Gegner individuell unterlegen ist. So wie Darmstadt am vergangenen Wochenende. "In den vermeintlichen großen Spielen, in denen die Chancen bei 50:50 stehen, tun wir uns leichter, unsere Topleistung zu bringen", das hat auch Tuchel erkannt. Auch davon hängt es ab, wie lange die Beziehung zwischen dem verkopften Tuchel und den emotionalen BVB-Bossen noch hält.

Wo sitzt Mario Götze?

Diesmal steht seine Ersatzbank zu Hause vor dem Fernseher: Götze ist verletzt, er fliegt gar nicht erst mit nach Lissabon. Schon gegen Hertha im DFB-Pokal und bei der Niederlage in Darmstadt musste Götze deswegen pausieren. Am Sonntag trainierte er dann plötzlich wieder mit. Es sei allerdings eine Einheit mit "maximal mittlerer Intensität" gewesen, sagte Thomas Tuchel, und ein Einsatz Götzes in Portugal noch kein Thema. Im Jahr 2017 stand Götze nur in 24 von 450 Spielminuten auf dem Feld.

Auf der Bank hätte Götze wohl auch im Estádio da Luz von Lissabon gesessen. Für Götze bleibt immer seltener ein Platz in der Startelf frei. Weder im Sturm noch im Mittelfeld ist er erste Wahl. Ohne ihn ist die Mannschaft einfach besser, zumindest statistisch gesehen. Wenn Götze in dieser Bundesliga-Spielzeit spielte, holte Dortmund 1,36 Punkte pro Spiel; ohne ihn sind es 2,1 Punkte pro Spiel. Das hatten sich Götze und der BVB sicher anders vorgestellt. Als er im Sommer nach drei Jahren aus München zurückkam, priesen die Bosse Götze als Spieler an, der den jungen Spielern im Kader Halt geben könne. Ob sie das noch immer glauben?  

Wie gewinnt man gegen Benfica Lissabon?

Mit kreativen Offensiven. Wie unangenehm es sein kann, gegen Benfica Lissabon antreten zu müssen, bekamen im April 2016 auch die Bayern zu spüren. Im Viertelfinale setzten sich die Münchner nach einem 1:0 und einem 2:2 durch, es war ein glückliches Weiterkommen. Der Spielverlauf war beinahe noch ausgeglichener, als es die Ergebnisse andeuten. Pep Guardiola schwärmte schon vorher von Benficas Defensive, der "besten Abwehr Europas, einer grauen Bestie." Er hatte nicht übertrieben, die Offensive der Bayern tat sich schwer.

Da trifft es sich gut, dass Dortmund in der Vorrunde einen neuen Rekord aufgestellt hat: 21 Treffer erzielten Aubameyang und Co, mehr als jedes andere Team in der Königsklasse. Die Portugiesen (zehn Tore) können da nicht mithalten.

Was wird sonst noch wichtig?

Champions League, Flutlichtspiele, und das am Valentinstag: Endlich hat der Dienstagabend auch wieder einen Sinn. Und dann diese Namen! Paris St. Germain spielt gegen den FC Barcelona. Ein vorgezogenes Viertelfinale, mindestens. Cavani, di Maria, Verratti, Messi, Neymar, Suarez – was nach einer Modenschau in Paris klingt, sind nur einige der Protagonisten von heute Abend. Jeder, der den Fußball liebt, hat heute ein Date mit seinem Sky-Abo. Deutsche spielen auch mit. Zwei stehen im Tor: Kevin Trapp spielt bei Paris mal, dann setzt ihn Trainer Unai Emery wieder auf die Bank, Marc-André ter Stegen wird für Barcelona sicher auflaufen. Auch Julian Draxler ist dabei. Auf seine Aktionen hofft ganz Paris.

Draxler ist in Paris nur einer von vielen Stars, was ihm offenbar zugute kommt. Im Januar wechselte Draxler, plötzlich schießt er auch wieder Tore. Bei seinem alten Club, dem VfL Wolfsburg, sollte Draxler als Spielmacher Spielzüge einleiten, Tore vorbereiten und diese selber erzielen. Je mehr Druck auf Draxler lastete, desto schwächer wurden seine Auftritte. Am Ende zog es ihn weg aus der Stadt Wolfsburg, deren schönste Seite für ihn schon lange die ICE-Verbindung nach Berlin war. Da hat die Stadt der Liebe sicher mehr zu bieten.