Wer spielt wann gegen wen?

Borussia Dortmund – FC Ingolstadt (Freitag, 20.30 Uhr)
VfL Wolfsburg – SV Darmstadt 98 (Samstag, 15.30 Uhr)
1. FC Köln – Hertha BSC
FC Augsburg – SC Freiburg
Werder Bremen – RB Leipzig
TSG Hoffenheim – Bayer Leverkusen
Eintracht Frankfurt – Hamburger SV (Samstag, 18.30 Uhr)
FSV Mainz 05 – FC Schalke 04 (Sonntag, 15.30 Uhr)
Borussia Mönchengladbach – FC Bayern München (Sonntag 17.30 Uhr)

Welches Spiel dürfen Sie auf keinen Fall verpassen?

Gladbach gegen Bayern. Das Titelrennen ist vorbei, aber wenigstens sind die Teams in der Rückrundentabelle eng beieinander: Am Sonntag spielt im Borussia-Park der Zweite gegen den Ersten, kann ihn mit einem Sieg überholen. Die Bayern, diese Gewitterhunde, diese Meister des Erfolgsfußballs, treiben ihr Können auf die Spitze. Sie schaffen es inzwischen, Leistung und Ertrag weitgehend zu entkoppeln. Zu bestaunen war das bei den jüngsten Kantersiegen gegen Mannschaften, die gleichwertig waren oder phasenweise gar besser als sie, wie Arsenal oder Frankfurt. Irgendwann werden sie gar nicht mehr antreten und trotzdem gewinnen. Gegner Gladbach ist zwar raus aus dem Europacup – im Hinspiel hatten sie beim 1:1 gegen starke Schalker ein kleines Bisschen Glück, im Rückspiel beim Handelfmeter zum 2:2 ein großes Bisschen Pech. Doch seit Dieter Hecking in der Winterpause übernahm, ist die Borussia wieder siegfähig. Wenn Kapitän Lars Stindl wieder dabei sein sollte, umso eher.

Vor allem ist das Duell was für Nostalgiker. In den Siebzigern und Achtzigern war die Frage, ob man für Bayern ist oder für Gladbach, eine grundsätzliche, eine ideologische, eine Sag-mir-wo-Du-stehst-Frage. So wie: CDU oder SPD? Adidas oder Puma? Establishment oder Sponti? Geha oder Pelikan? Dallas oder Denver? Böll oder Grass? Ketchup oder Mayo? Später dann: Blur oder Oasis? Joghurt- oder Knobisauce? FC Laufdorf oder TSV Laufdorf? Man konnte nicht beides, man musste sich entscheiden.


Welches Spiel können Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Dortmund gegen Ingolstadt. Es sei denn, sie stehen auf die neuesten Rotationsversuche Thomas Tuchels und können es kaum erwarten, wen er diesmal alles aufstellt (und auf die Bank setzt). Und es sei denn, sie schätzen Umverteilung nach oben. Die Ingolstädter sind der aktuelle Beleg, dass den Kleinen, die es ohnehin schon schwer haben, das Leben noch schwerer gemacht wird. Zuletzt waren sie gegen Köln und Gladbach Leidtragende von Schiedsrichterentscheidungen. Nicht zum ersten Mal in dieser Saison. Vor einem Jahr wurden ihnen in Dortmund sogar ein bis zwei Elfmeter verweigert, auch annullierte der Schiri ein wunderschönes Eigentor des BVB. Die Benachteiligten aus Ingolstadt sind nun in einem Dilemma: Beschweren sie sich, wie sie es neulich taten, heißt man sie schlechte Verlierer. Lassen sie es über sich ergehen, glaubt man, sie lassen sich alles gefallen. Man muss leider festhalten: Von wegen, es gleicht sich alles aus im Laufe der Saison. Eher beißen den Letzten die Hunde.

Wer steht im Blickpunkt?

Rupert Stadler, der Audi-Chef. Viele mögen ihn nicht mit Fußball in Verbindung bringen, doch er ist einer der Wichtigen und Mächtigen im Hintergrund. Audi fördert nämlich den FC Ingolstadt und ist Anteilseigner des FC Bayern, in dessen Aufsichtsrat Stadler sitzt. Der Abgasschummelskandal von Volkswagen hatte längst Audi erreicht, doch diese Woche hat sich die Lage für die VW-Tochter noch mal zugespitzt. Am Tag der Jahrespressekonferenz rückten nicht nur Journalisten an, sondern auch Ermittler, Staatsanwälte und Polizisten – Razzia bei Audi. Der Verdacht: Betrug und strafbare Werbung. Die Frage: Wann wusste Stadler von den Manipulationen, wann hätte er handeln müssen? Er ist nun noch schwerer angeschlagen als zuvor, sieht sich erneut Rücktrittsforderungen ausgesetzt. Der Aufsichtsrat des FC Bayern wurde mal als Deutschland AG bezeichnet. Kann sich Stadler nicht an der Spitze seines Konzerns halten, wäre er nach Martin Winterkorn und Herbert Hainer der nächste Ex-CEO in diesem Gremium.

Und Timo Werner. Der Leipziger Stürmer ist erstmals für die Nationalmannschaft nominiert, Joachim Löw rief ihn in seinen Kader für die Länderspiele gegen England und Aserbaidschan in der nächsten Woche. Lukas Podolski ist zum letzten Mal dabei. Geradzu symbolisch, Werner wäre ein würdiger Nachfolger für Poldi. Angeblich steht Werner auch vor Verhandlungen mit Jürgen Klopp, der ihn nach Liverpool holen will, wie Zeitungen spekulieren. Zunächst wird Werner aber in Bremen mit seinen Mitspielern versuchen müssen, dem mittelmäßigen Eindruck entgegenzuwirken, den die Leipziger zuletzt hinterließen.