Wer spielte wie gegen wen?

Borussia Dortmund – FC Ingolstadt 1:0
Werder Bremen – RB Leipzig 3:0
VfL Wolfsburg – SV Darmstadt 98 1:0
TSG Hoffenheim – Bayer Leverkusen 1:0
1. FC Köln – Hertha BSC 4:2
FC Augsburg – SC Freiburg 1:1
Eintracht Frankfurt – Hamburger SV 0:0
FSV Mainz 05 – FC Schalke 04 0:1
Borussia Mönchengladbach – FC Bayern München 0:1

Welches Spiel durften Sie auf keinen Fall verpassen?

Gladbach gegen Bayern. Dem Duell der zwei besten Rückrundenteams fehlte zwar Klasse und Dynamik. Dafür bekam der Zuschauer zwei Spiele zu sehen. Das lag an den Bayern und ihren Wechseln. Im ersten trat der Meister mit den Alten Herren an, die Startelf war im Schnitt ziemlich genau 30 Jahre alt. Der war die Borussia klar unterlegen. Ohne Dahoud, Stindl, Traoré, Kramer, Johnson und zunächst auch Hazard war sie ohne Chance, weil sie im Mittelfeld mit Fachfremden antreten mussten. Der arme Patrick Herrmann, der brave Tony Jantschke, der treue André Hahn gaben sich zwar Mühe, sie können aber kein Spiel aufziehen. Die Bayern haben zwar nicht mehr das Tempo der vergangenen Jahre, aber sie erlangten ein deutliches Übergewicht. Es ist bewundernswert, wie souverän und strukturiert die Mannschaft Woche für Woche Fußball spielt. Immer auf Sieg, mit weniger ist sie nicht zufrieden. Und haben wir das richtig gesehen, dass Thomas Müller, wer sonst, beim Tor des Tages zwischen Ballannahme und Schuss die Zeit fand, mit einer Art oberbayerischem Duckwalk Chuck Berry zu gedenken?

Es gab aber auch ein zweites Spiel. Als bei Bayern drei Alte rausgingen. Xabi Alonso, Franck Ribéry und Arjen Robben wurden spät in der zweiten Hälfte ausgewechselt, zum Missfallen der beiden letzteren übrigens. Ribéry schaute genervt, Robben schlug dem Trainer gar die Hand weg. Es gingen 102 Jahre. Joshua Kimmich, Kingsley Coman und Renato Sanches, im Schnitt kaum älter als 20, ersetzten sie. Plötzlich klafften Löcher im Zentrum der Bayern, sie verloren Bälle, es stürmte Gladbach. Die Schlussphase fand hauptsächlich im und am Strafraum der Bayern statt, viel fehlte nicht zum Ausgleich. Sie waren froh, dass nur zwei Minuten nachgespielt wurden. Natürlich gewannen sie verdient, die fünfte Meisterschaft in Serie ist eine Frage der Zeit. Die anderen aus der Liga haben keine Chance gegen sie, können sich vielleicht aber mit der Hoffnung trösten, dass die letzten zwanzig Minuten dieses Spiels einen Blick in die Zukunft gaben.

Welches Spiel konnten Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Dortmund gegen Ingolstadt. Es kam wie so oft in dieser Saison und wie an dieser Stelle angekündigt: Der FCI hat es doppelt schwer, weil sich die Schiris mit Kleinen wie ihm schwer tun. Diesmal foulte Roman Bürki Dario Lezcano im Strafraum. Ein klarer Elfmeter, wie Dortmunds Keeper nach dem Spiel zugab. Doch Daniel Siebert pfiff nicht. Der Vollständigkeit halber muss man sagen: Es hätte später nach einem Handspiel auch einen Strafstoß für Dortmund geben können, doch der war lange nicht so eindeutig, zudem schwerer zu erkennen. Und es wäre ja noch schöner gewesen, wenn der Referee den Elfer gegeben hätte, nachdem er Ingolstadt die Chance zum Ausgleich genommen hatte. Ingolstadts Trainer Maik Walpurgis sagte: "Wenn es stimmt, dass sich im Fußball alles irgendwann wieder ausgleicht, dann haben wir noch neun tolle Spiele vor uns." Das war ironisch. Was natürlich auch stimmt und nichts mit dem Schiedsrichter zu tun hat: Chancen hatte Ingolstadt auch so genug. Das lag daran, dass Thomas Tuchels BVB nach wie vor ein großes Stück entfernt ist von dem strategischen Qualitätsfußball, der ihm vorschwebt.

Wer stand im Blickpunkt?

Anthony Modeste, der weiter gute Chancen hat, sich die Torjägerkrone zu sichern. Gegen Hertha schoss er drei Tore, zum zweiten Mal in dieser Saison. Von der leicht euphorisierbaren Sportschau erhielt er sogleich das Etikett "Weltklasse". 22 Treffer hat der Kölner nun, er bleibt Pierre-Emerick Aubameyang auf den Fersen , der "nur" ein Tor schoss und bei 23 steht. Und Robert Lewandowski gibt es ja auch noch, der hat 21. Sonst wurde nicht viel genetzt an diesem Wochenende. In sechs von neun Spielen fiel nicht mehr als ein Treffer. Insgesamt zählte man weniger Tore als es Mannschaften gibt. Wem diese Zahlen noch nicht genug über die Flaute sagen: Köln, Bremen und Hertha erzielten mehr Tore als der Rest der Liga zusammen.