Wer spielt wann gegen wen?

Hertha BSC – TSG Hoffenheim (Freitag, 20.30 Uhr)
Bayern München –FC Augsburg
FC Schalke 04 – Borussia Dortmund
Hamburger SV – 1. FC Köln
SC Freiburg – Werder Bremen
RB Leipzig – SV Darmstadt 98 (alle Samstag, 15.30 Uhr)
Eintracht Frankfurt – Borussia Mönchengladbach (Samstag, 18.30 Uhr)
FC Ingolstadt – FSV Mainz 05 (Sonntag, 15.30 Uhr)
Bayer Leverkusen – VfL Wolfsburg (Sonntag, 17.30 Uhr)

Welches Spiel dürfen Sie auf keinen Fall verpassen?

Ingolstadt gegen Mainz. Klingt eher nach einem Beitrag des arthousenahen, programmkinohaften Fußballfilmfestivals 11mm, das zurzeit in Berlin stattfindet. Doch das Spiel könnte dramatisch werden, auch richtungsweisend, wie es im Fußballsprech heißt. Ingolstadt will eine Aufholjagd beginnen. Der FCI leidet zwar unter acht Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz. Aber er spielt so gar nicht wie ein Absteiger. Das Problem war auch das bisher schwere Rückrundenprogramm. Dortmund, Köln, Gladbach, Bayern hießen die Gegner der letzten Wochen. Jetzt kommen Mainz, bald Augsburg und Darmstadt. Das klingt schon machbarer. Die Ingolstädter sind zufrieden mit den Leistungen der Mannschaft und derart zuversichtlich, dass sie den Vertrag mit ihrem Trainer Maik Walpurgis angepasst haben. Nun wäre er auch in der Zweiten Liga gültig. Peter Jackwerth, der Vorstand des Tabellensiebzehnten, sagt jedoch: "Ich glaube wirklich daran, dass wir drinbleiben. Wir sind noch lange nicht abgestiegen."

Welches Spiel können Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Schalke gegen Dortmund. Die Fans können alle Ergebnisse im Schlaf aufsagen und die Aufstellungen aller Revierderbys runterrattern, wobei es geradezu einen Historikerstreit darüber gibt, wie oft die Mutter aller Derbys stattfand. Der kicker schreibt, es sei das 171., der BVB zählt 150. Die Fans kümmert das nicht. Doch weil manche von ihnen an solchen Festtagen ihren Anstand vergessen (den sie vielleicht nie hatten) müssen die Verantwortlichen nett zueinander sein. Also loben sich Michael Zorc und Christian Heidel gegenseitig, auch beide Trainer sind lieb zueinander. Ist ein bisschen zur Lightversion verkommen, das Derby, zumal sich die Teams zuletzt zweimal unentschieden trennten. Vor allem geht es sportlich um wenig. Beide Vereine hätten es eigentlich drauf, den Bayern auf die Weißwurstpelle zu rücken. Sie tun es aber nicht. In Dortmund hat man zudem nicht gerade das Gefühl, dass es Frühling ist. Die Stimmung im Verein scheint unterkühlt, obwohl der BVB immerhin in zwei Pokalwettbewerben weit gekommen ist. Schalke ist gar nur Neunter. 

Und dann ist auch noch Benedikt Höwedes krank geworden.

Wer steht im Blickpunkt?

Philipp Lahm. Er hat dem Stern ein sehr lesenswertes Interview über sein bevorstehendes Karriereende gegeben. Er spricht auch viele Aspekte an, die in einem Fußballverein politisch und sozial wichtig sind."Mit dem Verein groß zu werden, an ihm und mit ihm zu wachsen, ist das Wichtigste", sagt er. "Sie müssen verinnerlicht haben, was der FC Bayern ist, wie die Leute drum herum empfinden." Es gebe nicht viele Spieler, die sich über so etwas Gedanken machten. Für viele sei ein Club eine Zwischenstation, um Geld zu verdienen. Eine Ausnahme in München sei Xabi Alonso. Wie bei ihm funktioniere es aber selten, "einen Spieler zu holen und zu sagen, der trägt jetzt diese Elf und hält alles zusammen". Erstaunlich offen wirft Lahm anderen deutschen Vereinen Fehler vor. "Wenn wir nach 25 Spieltagen dreizehn Punkte Vorsprung haben", sagt er, heiße das, "dass sich gut gestellte Clubs wie Schalke oder Wolfsburg nicht so aufgestellt haben, dass sie konstant gewinnen." Auch erfährt man Sachen über Carlo Ancelottis Autorität. Der Trainer passe sich mindestens so stark an die Mannschaft an wie die sich an ihn, sagt Lahm. "Er würde gerne noch defensiver spielen. Doch Pep Guardiola steckt noch in uns." Und dann äußert sich Lahm noch, weise und erwachsen, über die gescheiterte Sportdirektorverhandlung mit dem FC Bayern. "Ich glaube, dass Uli Hoeneß noch zu tatkräftig ist, um loszulassen. Zu jung." Er bestätigt das, was schlaue Analysten damals schon schrieben: Neben Hoeneß ist kein Platz für einen zweiten Großen.