Wer spielte wie gegen wen?

Bayer Leverkusen – Werder Bremen 1:1 (1:0)
SV Darmstadt 98 - FSV Mainz 05 2:1 (2:1)
SC Freiburg – TSG Hoffenheim 1:1 (0:0)
RB Leipzig – VfL Wolfsburg 0:1 (0:1)
Hertha BSC – Borussia Dortmund 2:1 (1:0)
FC Bayern München – Eintracht Frankfurt 3:0 (2:0)
FC Ingolstadt – 1. FC Köln 2:2 (1:1)
FC Schalke 04 –FC Ausgburg 3:0 (3:0)
Hamburger SV – Borussia Mönchengladbach 2:1 (1:1)

Welche Spiele durften Sie auf keinen Fall verpassen?

Alle ersten Halbzeiten im Abstiegskampf. Da war vielleicht was los. Ganz unten ist doch noch Leben. Es siegen plötzlich Teams, die das letzte Mal erfolgreich waren, als man noch mit blutigen Knien vom Bolzplatz nach Hause kam. Lagen Darmstadt, Bremen und die anderen am Boden wie die SPD, erlebten sie am Wochenende ihren Schulz-Moment.

In Darmstadt ging es am wildesten zu. Die Heimelf führte schon nach zwölf Minuten 2:0, in einem Eckballgewusel fiel vor der Pause der 2:1-Anschlusstreffer für Mainz. In der ersten Hälfte hätte es noch zwei Elfmeter auf beiden Seiten geben können, doch es blieb beim 2:1. Darmstadt spielte in den Sondertrikots für den an Krebs verstorbenen Fan Jonathan Heimes. Offenbar half es.

Schalke musste zwar die ganz normalen Leibchen tragen. Doch auch die stecken im Abstiegsmorast. Zumindest bis vor Kurzem, jetzt sieht es wieder besser aus. Gegen Augsburg trafen die Schalker dreimal in den ersten 45 Minuten. Für Schulz-Effekte sind die Malocher in Gelsenkirchen besonders empfänglich.

Auch im rot regierten Hamburg fielen fast alle Tore in der ersten Halbzeit. Nur für den Siegtreffer gegen Gladbach ließ sich der HSV bis kurz vor Schluss Zeit. Bremen und Ingolstadt schafften immerhin ein Remis. Das Tabellenende lebt noch.

Welches Spiel konnten sie mit gutem Gewissen verpassen?

Bayern gegen Frankfurt. Die Bayern haben 3:0 gewonnen.

Wer stand im Blickpunkt?

Mario Gómez. Nicht nur die Literatur und die Dramaturgie kennen Archetypen. Auch der Fußball hat uns im Laufe seiner Geschichte wiederkehrende Figuren beschert. George Best, Romario und Zlatan Ibrahimović stehen für den rotzigen Star, zu dem Gomez womöglich noch etwas fehlt, Rotzigkeit vor allem. Seit Kurzem trifft er aber wieder regelmäßig, was an einem weiteren Archetypen liegt: dem des Mentors. Was Fritz Sdunek für alle relevanten deutschen Boxer war, ist Andries Jonker für Gómez. Als Jonker unter Louis van Gaal Co-Trainer des FC Bayern war, wurde Gómez 2011 Torschützenkönig der Bundesliga. Jonker hatte daran großen Anteil. Van Gaal war vorzeitig entlassen worden, fünf Spiele lang war Jonker dann Trainer der Bayern, Gómez traf dabei neunmal. Nun trainiert Jonker Wolfsburg und Gómez netzt wieder dauernd.

Es ist so weit gekommen, dass wir Wolfsburg die Daumen drücken. Auch weil Siege gegen Leipzig einen zarten Anflug von lederballhafter Romantikfreude in uns auslösen. Besonders schön an Gómez Comeback ist aber die Rückkehr des besten Internetgadgets der jüngeren Tech-Geschichte: