Wegen grober Behandlungsfehler müssen zwei ehemalige Mannschaftsärzte des Bundesligisten Werder Bremen dem früheren Profifußballer Ivan Klasnić ein Schmerzensgeld in Höhe von 100.000 Euro zahlen. Das entschied das Landgericht Bremen am Freitag.

Klasnić stehe neben dem Schmerzensgeld auch ein Schadenersatz in noch nicht festgelegter Höhe zu, entschied das Gericht. Ein früherer Mannschaftsarzt und eine Internistin haften zudem für alle bisherigen und künftigen Behandlungskosten.

Die Zivilkammer stellte Behandlungsfehler fest, die bei Klasnić zu Nierenschäden führten. Nach ihrer Ansicht hätten die Ärzte die auffälligen Nierenwerte des Fußballers erkennen und behandeln müssen. Dies sei nicht geschehen. Klasnić musste sich bereits zwei Nierentransplantationen unterziehen.

Der damalige Mannschaftsarzt von Werder Bremen, Götz Dimanski, sei "für den Nierenverlust und die daraus resultierenden Folgen verantwortlich", sagte Richter Bolay in seiner Urteilsbegründung. Den Beteiligten seien "grobe Behandlungsfehler" unterlaufen. Den Richtern zufolge konnten die Beklagten nicht nachweisen, dass Klasnićs Nierenschäden nicht durch die Behandlungsfehler verursacht wurden.

Klasnić muss noch die Höhe des Schadenersatzes verhandeln

Gegen die Entscheidung des Landgerichts Bremen kann Berufung eingelegt werden. Sollte es rechtskräftig werden, müssten Klasnić und die angeklagten Ärzte verhandeln, um die genaue Höhe des Schadenersatzes zu klären. Klasnić hatte ursprünglich 1,1 Millionen Euro Schadenersatz verlangt.

Ivan Klasnić spielte von 2001 bis 2008 bei Werder Bremen. In 154 Bundesligaspielen schoss Klasnić 50 Tore. Im November 2005 unterzog sich Klasnić einer Blinddarm-Operation, bei der schlechte Nierenwerte festgestellt wurden. 2007 gab sein Anwalt bekannt, dass Klasnić unter Niereninsuffizienz leide und eine Transplantation brauche. 2009 konnte ihm eine Spenderniere erfolgreich transplantiert werden.

Im Frühjahr 2008 reichte Klasnić die Klage ein. Darin warf er den Ärzten vor, dass sie die beginnende Nierenerkrankung bereits im Jahr 2002 hätten erkennen müssen.