Wer spielt wann gegen wen?

Bayer Leverkusen – Werder Bremen (Freitag, 20.30 Uhr)
FC Bayern München – Eintracht Frankfurt (Samstag, 15.30 Uhr)
Hertha BSC – Borussia Dortmund
SV Darmstadt 98 – FSV Mainz 05
SC Freiburg – TSG Hoffenheim
RB Leipzig – VfL Wolfsburg
FC Ingolstadt – 1. FC Köln (Samstag, 18.30 Uhr)
FC Schalke 04 – FC Augsburg (Sonntag, 15.30 Uhr)
Hamburger SV – Borussia Mönchengladbach (Sonntag, 17.30 Uhr)

Welches Spiel dürfen Sie auf keinen Fall verpassen?

Bayern gegen Frankfurt. Vor sieben Jahren siegte Frankfurt zuletzt gegen Bayern. Niko Kovač zitierte neulich den Fußballspruch des Jahres der Deutschen Akademie für Fußball-Kultur, eine Reise nach München sei nicht angenehmer als ein Besuch beim Zahnarzt. "Manchmal tut es nicht weh, oft aber schon." Dennoch sollten Sie hinschauen. Denn oft werden sie Xabi Alonso nicht mehr Fußball spielen sehen. Gegen Frankfurt beginnt er seine Abschiedstour, am Saisonende hört er auf. "Ich habe es gelebt, ich habe es geliebt. Leb wohl, wunderschönes Spiel", sagte er diese Woche poetisch. Alonso hat in seiner Karriere viel gewonnen. Er war mit Spanien zweimal Europameister, einmal Weltmeister, zweimal gewann er die Champions League, mit Real Madrid und Liverpool.

Nach München kam er, als seine größte Zeit schon vorbei war. Doch auch mit den Bayern wurde er in zwei Jahren zweimal Meister. Maximal 17 Spiele wird er noch bestreiten. Mit 35 wird er Mark Wahlberg nicht nur immer ähnlicher, er ist auch immer noch wichtig. Wenn es zählt, hat Carlo Ancelotti noch nie auf ihn verzichtet. Wird es um ihn herum schnell, bekommt er zwar schon mal Probleme, auch dribbeln kann er nicht besonders. Aber er kann das Spiel ordnen, es mit millimetergenauen Diagonalpässen verlagern. Vor allem ist er immer an der richtigen Stelle. Im Grunde ist er der bessere Schweinsteiger. Der mogelte, wenn ihm der Verkehr in der Mitte zu dicht wurde, gerne auf den Flügel. Alonso dagegen bleibt da, wo er gebraucht wird, selbst wenn er dort mal alt aussieht. Er ist der Beleg, dass Fußball auch Kopfsache ist. 

Welches Spiel können Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Leverkusen gegen Bremen. Es ist das Spiel eins nach Roger Schmidt. Er war als Vorreiter einer neuen Trainergeneration verpflichtet worden. Sein Umschalt- und Pressingfußball war der heißeste Scheiß. Nach zweieinhalb Jahren wurde er als Unvollendeter gegangen. Der Nachfolger ist Tayfun Korkut, er war zuletzt ein halbes Jahr Trainer in Kaiserlautern, davor irgendwann in Hannover. Googeln Sie bitte selbst, wann. Man kann nicht behaupten, dass er in dieser Zeit den Fußball revolutioniert hätte. Er hat einen Vertrag bis zum Ende der Saison, soll Leverkusen in die Europa League führen und dann vielleicht einem renommierteren Trainer Platz machen. Julian Nagelsmann, Lucien Favre oder Martin Schmidt werden gehandelt. Korkut ist so was wie der Gegenentwurf zu seinem Vorgänger, mit dem er privat befreundet ist. Er kündigte die Abkehr vom Schmidtschen Pressingdogma an und sagte Trainersätze, die Sportdirektoren gerne hören. Etwa: "Wir werden uns auf die Balance zwischen Defensive und Offensive konzentrieren." Und: "Über allem steht das Ergebnis." Das ist pragmatisch und vielleicht wird’s ja doch netter als erwartet. Aber auf Leverkusen hat man sich mal mehr gefreut.

Wer steht im Blickpunkt?

Deniz Aytekin, der am Sonntag HSV gegen Gladbach leitet. Früher waren deutsche Schiedsrichter gefragt. Rudi Glöckner aus Markranstädt pfiff das WM-Finale 1970, Markus Merk das EM-Finale 2004, Herbert Fandel das Endspiel der Champions League 2007. Inzwischen werden der deutschen Fußballjustiz selten große Spiele zugetraut. Aytekin hat diese Tendenz leider bestätigt. Der Mann mit dem markanten Mittelscheitel, der für die Schiedsrichtergruppe Zirndorf/Mittelfranken pfeift, leitete am Mittwoch vor mehr als 96.000 Zuschauern das Achtelfinale Barcelona gegen Paris. Im Prinzip hat er gut gepfiffen, sagen seine Verteidiger. Aber das war in diesem zugegeben schwierigen Spiel zu wenig. Es gab drei Schlüsselszenen, die man im Zusammenhang betrachten muss: Der erste Strafstoß, der zum 3:0 für Barcelona führte, war ein Kann-Elfer. Aytekin wollte erst weiterlaufen lassen, ließ sich dann aber von seinem Assistenten zum Pfiff überzeugen. Das war nicht nötig, denn der vermeintlich gefoulte Neymar lief in den am Boden liegenden Meunier rein. Allerdings verhielt sich Meunier auch nicht ganz sauber, er legte sich dem Stürmer in den Weg. Nicht wirklich ein Fehler, kann man geben, den Elfer, aber eine großzügige Entscheidung. Großzügig blieb Aytekin allerdings nur gegenüber den Stars aus Barcelona. In der 85. Minute verweigerte er den Parisern einen recht klaren Strafstoß, den das spanische Lügenfernsehen quasi zensierte. Mascherano gab sogar später zu, gefoult zu haben. Und dann kam die letzte Minute. Suárez ließ sich nach einem ganz leichten Kontakt fallen und Aytekin fiel drauf rein. Dieser Elfer war ein No-Go. Ohne ihn wäre Barcelona ausgeschieden und Paris hätte sich Häme erspart.

Fazit: Die klarste der drei Elfmeterszenen dieses Spiels war die für Paris, doch Aytekin gab nur die zwei Strafstöße für Barcelona. Angesichts solcher Leistungen dürfen sich Schiedsrichter nicht wundern, wenn es heißt, sie würden die Großen pushen, weil sie vor ihnen einknicken. Und speziell die deutschen, dass in den wichtigen Spielen wieder andere pfeifen. In der 90. Minute war Aytekin zu klein fürs Camp Nou.