Arjen Robben war nach Überschwang. Nach dem Triumph über Dortmund in der Bundesliga sagte der Bayern-Spieler strahlend zu den TV-Experten: "Ich bin stolz, mit einem so großen Spieler, mit dem Kapitän, zusammenzuspielen." Gemeint war Philipp Lahm, Robbens langjähriger Partner auf dem rechten Flügel. Mit ihm hatte der Holländer die Gegner wieder mal schwindlig gespielt.

Robben ist, wie Lahm, 33. Sie sind nicht mal die Ältesten. Franck Ribéry ist gerade 34 geworden, Xabi Alonso, weise wie ein Baum, ist sogar noch ein Jahr älter. Auch andere Bayern waren gegen die Dortmunder gut, aber die Ü-30-Fraktion war bei dieser Party erneut der beste Teil der Mannschaft. Mit dem 4:1 gegen Dortmund hat diese Mannschaft sicher letzte Zweifel ausgeräumt, zum fünften Mal in Serie Meister zu werden. Im DFB-Pokal und der Champions League ist noch alles möglich.

Die Bayern-Elf ist in die Jahre gekommen. Lahm und Alonso werden in zwei Monaten keine Berufsfußballer mehr sein, Ribéry und Robben hören vielleicht ein Jahr später auf. Die vier sind der Kern eines Teams, das in den vergangenen fünf bis sieben Jahren viel gewonnen hat. Nun, in der Schlussphase dieser Ära, wirkt diese Mannschaft zu letzten Großtaten entschlossen. Ein Gegner wie die Dortmunder Talentekollektion ist einem solchen Gegner nicht gewachsen.

Wie wichtig die alten Herren für die Bayern sind, sah man an den Toren. Das 1:0 durch Ribéry folgte aus einer Kombination zwischen Robben, Thiago und Lahm. Vor dem 2:0 stürmte Ribéry auf die BVB-Abwehr zu und zwang den Gegner zu einem Rempler. Der Schiri entschied auf Freistoß, der dann zum Tor führte. Vor dem 3:1 ließ Robben mit seiner ewig jungen Volte gleich drei Verteidiger – Sokratis, Marcel Schmelzer und Marc Bartra – ins Leere laufen.

Überhaupt, Lahm und Alonso spielten technisch und taktisch ohne Fehler. Ribéry legte Spielwitz und Eroberungsgeist an den Tag. Allein Robben schoss in der ersten Halbzeit ein halbes Dutzend Mal gefahrvoll aufs Tor. Der arme Schmelzer, er wurde sogar von Robben getunnelt.

Zwar ließen die Bayern, wie meist in dieser Saison, die anderen auch mitspielen. Dortmund hatte druckvolle Phasen, ganz am Anfang und ganz am Ende. Man sah auch erneut, dass die Bayern nicht mehr mit so vielen Spielern angreifen wie in den vergangenen Jahren. Sie haben nun mehr Erfolg mit Kontern, Freistößen und Elfmetern. Doch wie kein zweiter deutscher Verein bleiben die Bayern auf erfolgreichen Fußball gepolt. Aufs Siegen.