Wer spielt wann gegen wen?

Eintracht Frankfurt – Werder Bremen (Freitag, 20.30 Uhr)
FC Schalke 04 – VfL Wolfsburg (Samstag, 15.30 Uhr)
1. FC Köln – Borussia Mönchengladbach
Hamburger SV – TSG Hoffenheim
SC Freiburg – FSV Mainz 05
RB Leipzig – Bayer Leverkusen
FC Bayern München – Borussia Dortmund (Samstag, 18.30 Uhr)
Hertha BSC – FC Augsburg (Sonntag, 15.30 Uhr)
FC Ingolstadt – SV Darmstadt 98 (Sonntag, 17.30 Uhr)

Welches Spiel dürfen Sie auf keinen Fall verpassen?

Frankfurt gegen Bremen. Die Frankfurter haben zwar das Punkten und Schießen verlernt. Sie sammelten nur zwei Zähler in den letzten sieben Spielen, trafen seit dem 5. März das Tor nicht mehr und schleppen sich Richtung Saisonende. Die Bremer aber siegen sich durch die Liga, wie man es von ihnen lange nicht sah. Sechs Erfolge aus den letzten sieben Spielen verzücken auch den nüchternsten Hanseaten und den hanseatischsten Nüchternen. Es sind nur noch fünf Punkte bis zum Europa-League-Platz. 18 Tore schoss Bremen in diesen Spielen, obwohl Serge Gnabry verletzt ist und Claudio Pizarro am Winteranfang seiner Karriere steht.

Selbst die Defensive macht Werder keine Sorgen. Die Wende kam im Winter. Der Trainer Alexander Nouri brach mit dem Dogma der schaafschen Offensive und stellte auf Dreierkette um, davor postierte er zwei Außenspieler, deren erster Blick immer in den Rückspiegel geht. Und dann holte man noch den Dänen Thomas Delaney, der aussieht wie ein Model, aber ein Stratege im Mittelfeld ist. Einen wie ihn hatten sie an der Weser lange gesucht. Jetzt ist er verletzt, aber ganz Bremen vertraut dem Trainer. Dem wird schon was einfallen. Nouri hat es schließlich auch geschafft, dass Werder so gut verteidigt wie zuletzt unter König Otto Rehhagel. Und deshalb wieder von Europapokalnächten träumen darf.

Welches Spiel können Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Bayern gegen Dortmund. Es gab mal eine Zeit, als sich die Clickbaiter der Republik im Finden gerissener Wortspiele überboten, um das Unmögliche zu schaffen: dieses extraterrestrische Duell in die angemessene phonetische Hülle zu fassen. Germanico ist sicher das schlimmste Erbe dieser Zeit. Nun ist Stille. Das Duell ist wert- und namenlos, fast auf einem Topspielniveau mit dem des 26. Spieltags (durchschnittliche Grüße nach Frankfurt und Hamburg). Die Bayern liegen 15 Punkte vor dem BVB. Der braucht dieses Jahr kein Fernglas, sondern ein Teleskop, und ist grad eh mehr mit den Maskeraden seines Torjägers beschäftigt als mit dem Ball. Womöglich schonen sich sogar beide Teams für die Champions League. Thomas Tuchel war angesichts der Energieleistung, die gegen den HSV nötig war, einigermaßen verzweifelt. Die Bayern ließen ihre Besten auch draußen und verloren prompt gegen Hoffenheim. Wir tippen auf ein forsches 0:0. Bald treffen sich beide im Pokalhalbfinale, dann geht es wirklich um was.

Wer steht im Blickpunkt?

Nix mehr Plastik! Die TSG Hoffenheim ist plötzlich der heißeste Scheiß der Liga. Sie gewann sogar gegen die Bayern. Hoffenheim spielte selbstbewusst ideenreich. In der ersten Halbzeit waren die Bayern geradezu kein Gegner, so anfällig sah man sie schon lange nicht mehr gegen eine deutsche Mannschaft. Hoffenheims Weg unter Julian Nagelsmann führt weiter kerzengerade nach oben. Über seinen ersten Kosenamen Notnagelsmann ist er längst hinweg. Ein sicheres Indiz für seine gute Arbeit war ja bereits, dass die Bayern ihm Niklas Süle und Sebastian Rudy wegkaufen.

Rudy spielt seine bislang beste Saison. Kurz vor der EM 2016 flog er noch aus dem deutschen Kader. Statt beleidigt zu sein, trainierte er härter und wurde zum zentralen Mann im Mittelfeld. Hoffenheim ist zudem gut im Recyceln: Die Abwehrkette bilden Kevin Vogt und Benjamin Hübner. Zwei Spieler, die in Köln und Ingolstadt solide, aber unauffällig waren. Und nun vielleicht bald gegen Messi verteidigen werden. Oliver Baumann hält, wie gegen die Bayern, sehr viel und Sandro Wagner wurde in Hoffenheim zu einem der besten deutschen Stürmer. Außerdem: Die Fans vom Dorf scheinen Humor zu haben. Das Gastspiel von RB Leipzig zum Beispiel begleiten sie mit ironischen Plakaten wie diesem: "Den Fußball zerstört nur einer, Hoffe und sonst keiner!" Gespannt warten wir auf die Plakate zum Spiel gegen Paris Saint-Germain im Oktober.