Wer spielt wann gegen wen?

Bayer Leverkusen – FC Schalke 04 (Freitag, 20.30 Uhr)
Borussia Dortmund- 1. FC Köln (Samstag, 15.30 Uhr)
FSV Mainz 05 - Borussia Mönchengladbach
Werder Bremen – Hertha BSC
SV Darmstadt 98 – SC Freiburg
RB Leipzig – FC Ingolstadt
VfL Wolfsburg – FC Bayern München (Samstag, 18.30 Uhr)
FC Augsburg – Hamburger SV (Sonntag, 15.30 Uhr)
TSG Hoffenheim – Eintracht Frankfurt (Sonntag, 17.30 Uhr)

Welches Spiel dürfen Sie auf keinen Fall verpassen?

Wolfsburg gegen München. Die Fans des FC Bayern staunten. Alles schien im DFB-Pokal wie immer: Die Bayern hatten den ungeliebten BVB 60 Minuten lang im Griff, in Kneipen wurde die Höhe des Finalsieges gegen Frankfurt diskutiert. Dann aber verballerte Lewandowski Großchancen und Lahm machte Fehler, das sind für Bayernfans gravierendere Realitätsrisse als die Trump-Wahl, der Brexit. Außerdem war die 2:3-Niederlage das fünfte sieglose Spiel in Serie. Sechs in Serie gab es zuletzt 1994. Die Seite Antibayern sammelt in ihrem Niederlagenarchiv solche Dinge. Für viele Menschen in Deutschland sind es selige Zeiten.

Und nun geht es nach Wolfsburg, zum ehemaligen Bayerntrainer Andries Jonker, der dem ehemaligen Bayerntorschützen Mario Gómez den Standort des Tores am besten zeigt. Die labile Bayerntruppe könnte zwar schon Meister an diesem Spieltag werden, doch wer Philipp Lahms trauriges Gesicht gesehen hat, das dem von Bambi nach dem Verlust der Mutter nicht unähnlich war, ahnt: Das wird noch nix.


Welches Spiel können Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Die von Köln, Frankfurt, Hamburg und Karlsruhe. Jedenfalls dann, wenn Sie es mit Christian Seifert halten. Der DFL-Geschäftsführer sagte, dass einige Fans schlicht asozial und die Totengräber der Fankultur seien. Er spezifizierte nicht genau, wen er meinte. Am Wochenende aber hatten Kölner den TSG-Hoffenheim-Mäzen Dietmar Hopp mit dem Plakat "Vater: Nazi, Mutter: Hure", begrüßt. Frankfurter, Hamburger und Karlsruher zündeten Pyrotechnik. Seifert wirft diesen Anhängern vor, persönliche und juristische Grenzen auszuloten. Ausgerechnet das spanische Justizmodell hält er für ein Vorbild. Vielleicht sollte Seifert mal ein Stimmungsbild bei den Bayernfans einholen, die sich in der Halbzeit in Madrid grundlos von der spanischen Polizei blutig schlagen lassen mussten.

Wer steht im Blickpunkt?

Joey Barton. Zunächst muss man über den Mittelfeldmann des FC Burnley wissen, dass er so etwas wie der Klassenbeste unter den Fußballwüterichen ist. Wegen einer Schlägerei saß er mal 74 Tag ein Haft. Einem Jugendspieler drückte er auf einer Weihnachtsfeier mal eine Zigarre ins Auge und seinen Twitteraccount nutzt er, um wahlweise Didi Hamann, Gary Lineker, Neymar, ja wen eigentlich nicht, zu beleidigen. Nun wurde er bis zum 1. November 2018 gesperrt. Er hatte zugegeben, auf Niederlagen seiner Mannschaft gewettet zu haben. Trotzdem habe er immer alles gegeben, schrieb er, es sei keine Wettmanipulation. Durchschnittlich 150 Pfund setzte er pro Wette zwischen 2004 und 2011.

Alles ganz schlimm natürlich, sagen nun Verbände wie Clubs. Doch sein Fall öffnet eine offene Flanke des Profifußballs. Nie war das Wettbusiness enger mit dem Fußball verbandelt als jetzt. Elf von 20 Premier-League-Clubs tragen einen Wettanbieter als Sponsor. Bei uns ist es noch schlimmer: 14 von 18 Bundesligaclubs haben eine Wettpartnerschaft. Das Samstagabendspiel der Bundesliga heißt Bwin-Topspiel. Den Spielern ist es natürlich verboten zu wetten, der Profi soll denn tugendreich sein. Perfide aber, dass sein Arbeitgeber die Fans zu einer Sucht verleitet. Gleichzeitig verbietet der DFB den Amateuren, Wettpartnerschaften einzugehen. Barton, bei all seinen Verfehlungen trotzdem ein kritischer Geist, sagte über seinen Versuch, das Wetten zu beenden: "Es ist so, als ob man einen trockenen Alkoholiker zwingt, seine Resozialisierung im Pub zu verbringen."