Wer spielt wann gegen wen?

1. FC Köln – TSG Hoffenheim (Freitag, 20.30 Uhr)
FC Bayern München – FSV Mainz 05 (Samstag, 15.30 Uhr)
Hertha BSC – VfL Wolfsburg
Hamburger SV – SV Darmstadt 98
FC Ingolstadt – Werder Bremen
Eintracht Frankfurt – FC Augsburg
Borussia M'gladbach – Borussia Dortmund (Samstag, 18.30 Uhr)
SC Freiburg – Bayer Leverkusen (Sonntag, 15.30 Uhr)
FC Schalke 04 – RB Leipzig (Sonntag, 17.30 Uhr)

Welches Spiel dürfen Sie auf keinen Fall verpassen?

Fußball ist ein seltsames Spiel. Er ist der einzige populäre Sport, bei dem ein Unentschieden akzeptiert wird. Nun könnte man bekritteln: bäh, kein Gewinner, kein Verlierer, kein gar nichts, hätte man sich auch schenken können so ein Remis. Stimmt aber natürlich nicht. Ein Unentschieden ist wie gemacht für alle, die keine Tränen sehen können und denen Siegerposen zu arrogant wirken. Gegen so ein kleines, feines Remis gibt es eigentlich kaum etwas einzuwenden, dafür muss man nicht mal auf die Waldorfschule gegangen sein. An diesem Spieltag nun treffen die beiden Remiskönige der Liga aufeinander. Zwölfmal spielte Hoffenheim in dieser Saison bereits unentschieden, zehnmal der 1. FC Köln. Ein Fest für alle Fans der Ambivalenz. Unser Tipp: 1:1. Könnte aber auch andersrum ausgehen.

Welches Spiel können Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Das des BVB in Gladbach. Die Dortmunder müssen sich kurz vor dem Spiel in Gladbach noch einmal mit dem Anschlag auf das Team beschäftigen. Der mutmaßliche Täter ist gefasst, eigentlich eine gute Nachricht, das sollte zumindest beruhigen. Das Motiv ist aber wiederum unfassbar. Um mit Börsenspekulationen reich zu werden, wollte der Verdächtige wohl so viele Fußballspieler wie möglich töten. Dieser Fakt führt nicht nur alle Appelle von vor einer Woche, in der beschworen wurde, dass der BVB die Werte der freiheitlichen Gesellschaft zu verteidigen habe, endgültig ad absurdum. Vielmehr war einer dieser Werte der Grund für das Attentat: der Drang zum Gelde. Der Terrorist ein Kapitalist. Bertolt Brecht macht daraus gerade eine Oper.

Wer steht im Blickpunkt?

Der SV Darmstadt 98 könnte schon am Samstag aus der Bundesliga absteigen. Um dieses traurige Ereignis zumindest noch eine Woche hinauszuzögern, muss er beim Hamburger SV gewinnen. Könnte schwierig werden. Von den 14 bisherigen Auswärtspielen der Darmstädter gingen 14 verloren. Ungemach droht nun auch noch von der Deutschen Fußballliga. Die DFL erteilte den Darmstädtern die Lizenz für die neue Saison nur mit der Auflage, dass der Verein bis Anfang 2018 ein Dach über seine Gegengerade baut. Ohne Dach geht es nämlich nicht. Das ist eine neue Bestimmung, die im vergangenen Jahr beschlossen wurde. Alle Stadien der Ersten und Zweiten Liga müssen komplett überdacht sein. Die DFL begründet das auf Nachfrage mit mehr Komfort und Sicherheit. Niemand soll mehr im Regen stehen, nicht einmal die Darmstädter Fans, die aber sicherlich nichts dagegen hätten. Lieber nass als beim Nachbarn in Frankfurt spielen. Und was kommt als Nächstes? Polsterpflicht auf den Sitzplätzen? Vergoldete Pissoirs? Es beschleicht einen das Gefühl, dass es die DFL hier mit ihrer Fußballgentrifizierung ein wenig zu weit getrieben hat. Das Böllenfalltor ist schon jetzt der letzte Gegenentwurf zu den überdachten Allseatern mit Heizstrahlern unter den Dächern und integrierten Einkaufszentren und bringt das Herz des Fußballromantikers zum Rasen. Aber womöglich ist es der DFL ohne Dach einfach zu leise, die ganze Stimmung verflüchtigt sich in den hessischen Himmel, und kommt nicht an im chinesischen Fernsehen, wo sie natürlich vor allem hingehört. Ganz durchdacht ist das alles jedenfalls nicht.