Endlich beginnt die Fußballsaison! Vergessen Sie die langweilige Bundesliga und endlose Europapokalvorrunden. Ab dem Viertelfinale der Champions League geht's los. Diese Woche trifft sich die Elite des europäischen Fußballs, auch zwei deutsche Teams sind dabei. Am Dienstag ist Borussia Dortmund gegen Monaco gefordert, während in Turin das Revival des Endspiels von 2015 zwischen Juventus und Barcelona stattfindet. Am Mittwoch steigt dann das große Duell zwischen Bayern München und Real Madrid und Atlético Madrid trifft auf den Außenseiter Leicester City.

Diese Duelle des wichtigsten und besten Wettbewerbs der Fußballwelt versprechen Glanz und Glamour. Doch wir haben uns mal die Statistiken und Daten der Champions League angeschaut. Was sagen die Zahlen über den Stil und die Qualität der acht Mannschaften und ihrer Einzelspieler?

1 Angriff

Im Fußball – alte Statistikerweisheit – zählen die Tore. Wenn Barcelona und Dortmund spielten, rappelt es am meisten. Beide erzielten in acht Spielen 25 Stück, also mehr als 3 pro Spiel. Allerdings hatte Barcelona im Achtelfinale beim 6:1 gegen Paris Glück mit einem deutschen Schiedsrichter. Und Dortmund hatte es in der Vorrunde mit Legia Warschau zu tun, einem zweitklassigen Team. 14 Treffer erzielte der BVB in diesen beiden Spielen, kassierte allerdings aber auch 4. Erstklassig waren dafür die Konter der Dortmunder, drei Treffer erzielten sie so. Bestwert! Der Klopp'sche Gegenangriff steckt trotz Tuchel-Tuning noch in ihnen. Das rasanteste Tor war der 2:2-Ausgleich durch Marco Reus beim Vorrundenspiel in Madrid.

Thomas Tuchel hat entsprechend Offensive angekündigt. Der Gegner Monaco schneidet in den Statistiken durchschnittlich ab. Doch vor allem die Offensive um den wiedererstarkten Falcao und den Youngster Kylian Mbappé ist gefährlich. Im Achtelfinale schlug Monaco Guardiolas Manchester City und erzielte pro Spiel 3 Tore. Der Tabellenführer der Ligue 1 ist kein Außenseiter gegen den BVB. Das Duell ist aber das einzige im Viertelfinale ohne einen Titelfavoriten. Experten rechnen damit, dass eins der drei spanischen Teams oder die Bayern am 3. Juni in Cardiff den Pott hochhalten werden.

Die zwei Defensivspezialisten Atlético (11) und Juventus (14) trafen gemeinsam so viel wie Dortmund. Noch bedächtiger geht es bei Leicester zu. Kein Team erzielte weniger Treffer (10). Keins schoss auch seltener aufs Tor (77). Angeführt wird dieses Ranking von den Bayern, die schossen 160 Mal, also 20 pro Spiel. Der Zuschauer muss im Schnitt keine fünf Minuten auf einen Bayernschuss warten.

In der Einzelwertung liegt natürlich Cristiano Ronaldo vorne. 42 Mal ballerte er auf drauf, traf aber nur zweimal ins Netz. Ungenauer zielte keiner. Wie man es besser macht, weiß sein Teamkollege Álvaro Morata. Der benötigte für seine drei Treffer gerade einmal 4 Torschüsse.

Der erfolgreichste Stürmer ist Lionel Messi. Er feuerte 28-mal und erzielte elf Tore, öfter traf keiner. Pierre-Emerick Aubameyang erzielte wie auch Robert Lewandowski sieben Tore, sie teilen sich Rang zwei. Allerdings benötigte Aubameyang 26 Versuche, Lewandowski gar 35. Monacos Falcao ist an Effektitivät kaum zu überbieten. Er spielte nur 334 Minuten, traf aber viermal, also alle 83 Minuten. Er brauchte dafür nur 17 Torschüsse.

Ronaldo schießt am häufigsten und trifft dafür selten

Wieviele Torschüsse benötigten die 20 erfolgreichsten Offensivkräfte für ihre Tore? Je größer der Kreis, desto mehr Tore und Vorlagen hat der Spieler in der laufenden CL-Finalrunde beigesteuert.

2 Abwehr

Die beste Abwehr stellt Juventus – Italien halt. Turin kassierte die wenigsten Gegentore (2) und ließ die wenigsten gegnerischen Torschüsse zu (6,6 pro Spiel). Gegen Barca kommt es also zum Duell Defensive gegen Offensive. Die Bayern haben auch deswegen gute Chancen im Viertelfinale, weil sie den Gegner selten aufs Tor schießen lassen (7,8). Der Gegner Real dafür umso mehr (11,6). Das ist der zweitschlechteste Wert unter den Viertelfinalisten. Robert Lewandowski, Arjen Robben und Franck Ribéry, zugehört!

Noch eine Statistik, die entscheidend sein könnte: Bayern und Real sind relativ alte Mannschaften. Im Schnitt dürfte die Startelf je um die 30 Jahre sein. Eigentlich gewinnt man damit nicht mehr die Champions League. Gegen Real spricht auch, dass noch nie ein Verein seinen Titel verteidigte.