Beim Fußball-Regionalligaspiel des SV Babelsberg gegen Energie Cottbus ist es am Freitagabend zu Ausschreitungen gekommen. Die Partie wurde zwei Mal für mehrere Minuten unterbrochen, weil Pyrotechnik auf dem Rasen gelandet war, sagte ein Polizeisprecher. Die Potsdamer Neuesten Nachrichten berichten, dass im Block der Gäste mit etwa 400 Energie-Fans mehrfach der Hitlergruß gezeigt worden sei. Fotos, die von dem Spiel auf Twitter zu sehen sind, bestätigen dies. Laut einem Bericht der Lausitzer Rundschau stand das Spiel kurz vor dem Abbruch.

Vermummte Randalierer aus dem Cottbuser Block waren während des Spiels auf den Platz vorgedrungen und hatten Raketen sowie Kanonenschläge gezündet. Auch im Babelsberger Block wurde Pyrotechnik gezündet. Die Polizei verhinderte einen Sturm des Platzes und setzte dem Bericht zufolge später auch Pfefferspray gegen die Randalierer ein. "Zumindest beim ersten Mal haben die Ausschreitungen ihren Ausgang im Cottbuser Fanblock genommen", sagte der Einsatzleiter von der Potsdamer Polizei rbb.24.

Nach den Ausschreitungen beim Fußball-Regionalligaspiel des SV Babelsberg gegen Energie Cottbus sind 19 Strafanzeigen aufgenommen worden. Sie lauten unter anderem auf Landfriedensbruch, Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen und Verstoß gegen das Sprengstoffgesetz, wie die Polizei am Samstag mitteilte. Wie sich die Anzeigen unter den jeweiligen Fanlagern aufteilen, blieb unklar.

Normen Kothe, der Geschäftsführer von Energie Cottbus, befürwortete das Eingreifen der Polizei. "Diese Personen wollen kein Fußballspiel sehen und kennen anscheinend keine rechtsstaatlichen Grenzen mehr. Ihnen ist augenscheinlich nur durch Polizei und Gerichte beizukommen", sagte Kothe.

Das Brandenburger Regionalderby zwischen Babelsberg und Cottbus war als Hochsicherheitsspiel eingestuft worden. Während Teile der Babelsberger Fans eher dem linken Spektrum angehören, gibt es bei Cottbus seit Jahren rechte Tendenzen in der Ultraszene.