Fußball-Weltmeisterschaft - USA, Kanada und Mexiko wollen WM austragen Die drei nationalen Verbände der USA, Kanada und Mexiko wollen sich gemeinsam um die WM 2026 bewerben. Der Großteil der Spiele wäre den Plänen zufolge in Nordamerika. © Foto: Fabrice Coffrini/AFP/Getty Images

Die Fußball-Weltmeisterschaft 2018 richtet Russland aus, vier Jahre später ist Katar dran. Wo die WM 2026 stattfinden wird, ist noch unklar. Die besten Chancen räumen Experten aber Staaten des Concacaf-Fußballverbands ein, der Nord- und Zentralamerika sowie die Karibik umfasst. Darunter sind USA, Mexiko und Kanada, die sich um eine gemeinsame Austragung bewerben wollen.

Die Präsidenten der Fußballverbände der drei Länder kündigten die Bewerbung jetzt beim Weltfußballverband Fifa an. Den vorläufigen Plänen zufolge würden vier Fünftel der Spiele in den USA und jeweils 10 Prozent in Mexiko und Kanada stattfinden. In den USA würden alle Partien ab dem Viertelfinale ausgetragen. Über den Austragungsort des Eröffnungsspiels wollen die Verbände noch verhandeln. Offen ist, ob bei einer erfolgreichen Bewerbung alle drei Gastgeber automatisch für das Turnier qualifiziert wären.

In den sozialen Netzwerken und in den mexikanischen Medien wurden die Pläne kritisiert. So titelte die Sportzeitung Récord: "Mexiko bekommt nur die Krümel." Verbandschef Decio De María verteidigte sich im Fernsehsender ESPN: "Mexiko könnte allein keine Weltmeisterschaft mit 80 Spielen ausrichten." Ricardo Ferretti, Trainer des mexikanischen Meisters Tigres, sagte hingegen, dass sowohl Mexiko als auch die USA die Fähigkeit dazu hätten. "Gemeinsam wird es viele Probleme geben – die langen Reisen, die Zeiten, das wird schlimmer als in Brasilien", sagte Ferretti. In Brasilien fand die WM vor drei Jahren statt.

Lob gab es dagegen dafür, dass Mexiko sich gemeinsam mit den USA bewirbt. Die Beziehungen der Länder sind belastet. US-Präsident Donald Trump stellt das Freihandelsabkommen Nafta mit dem Nachbarstaat in Frage und will an der Grenze zu Mexiko eine Mauer bauen. Vor allem im Wahlkampf hatte sich Trump mehrfach rassistisch über Mexikaner geäußert. Die mexikanische Zeitung Milenio kommentierte nun: "Das große Fußballgeschäft hält zusammen, was Donald Trump auseinanderbringen will."

Trump unterstützt Bewerbung

Sunil Gulati, Spitzenfunktionär des US-amerikanischen Fußballverbands, sagte, dass Trump der gemeinsamen Bewerbung seine volle Unterstützung zugesichert habe. "Er ist besonders erfreut, dass Mexiko Teil dieser Bewerbung ist", sagte Gulati. Sein mexikanischer Amtskollege, Decio de Maria, sagte, dies sei kein Forum, um über Politik zu sprechen. "Dies ist ein Forum, um über Fußball zu sprechen."

Bisher haben sich noch nie drei Länder gemeinsam um eine WM beworben. Der Bewerbungsprozess soll im Laufe des Jahres offiziell beginnen und bis 2020 andauern. Entscheiden wird der Kongress aller 211 Fifa-Mitglieder, nicht wie zuvor das mittlerweile zum Council umgeformte Fifa-Exekutivkomitee. Die WM 2026 wird die erste sein, bei der 48 statt wie bisher 32 Mannschaften teilnehmen.

Weil die Weltmeisterschaften 2018 und 2022 in Konföderationen von Europa und Asien stattfinden, sind Verbände dieser Kontinente von der Bewerbung ausgeschlossen. Zugelassen sind nur noch Verbände aus Amerika, Afrika oder Ozeanien. Die Chancen für USA, Mexiko und Kanada stehen gut, weil anderen Ländern dieser Kontinentalverbände die WM derzeit kaum zugetraut wird. In den USA fand zuletzt 1994 eine WM statt. Mexiko war 1970 und 1986 Gastgeber.