Der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Reinhard Grindel, ist in das Exekutivkomitee der Uefa und in den Fifa-Council gewählt worden. Nach der Ethiksperre von Vorgänger Wolfgang Niersbach im vergangenen Juli ist der DFB damit wieder in den sportpolitisch bedeutsamen Gremien des Welt- und Kontinentalverbandes vertreten.

Bei der Wahl in die Uefa-Regierung, wie das Exekutivkomitee auch genannt wird, erhielt Grindel die fünftmeisten Stimmen der elf Kandidaten. Insgesamt stimmten 44 der 55 Mitgliedsverbände für den ehemaligen CDU-Bundestagsabgeordneten. Bei der Wahl des Fifa-Councils traten neben Grindel keine anderen Kandidaten an. Der 55-Jährige wird nun die verbliebene Amtszeit Niersbachs von zwei Jahren fortsetzen.

"Es gibt eine Menge Arbeit zu leisten in der Fifa, wir werden sie mit voller Stärke brauchen", sagte Fifa-Präsident Gianni Infantino. Er heiße Grindel "herzlich willkommen". Am 11. Mai wird Grindel beim Kongress des Weltfußballverbands in Bahrain offiziell ins Gremium aufgenommen.

"Es ist wichtig, dass der deutsche Fußball in den Gremien des Weltfußballs wieder eine Stimme hat und in zukunftsweisenden sportpolitischen Fragen Einfluss nehmen kann", sagte Grindel nach der Wahl auf dem Uefa-Kongress.Bundesliga-Präsident Reinhard Rauball gratulierte Grindel in einer vom DFB verbreiteten Mitteilung zu den neuen Posten. "Die DFL begrüßt die Wahl des DFB-Präsidenten in das Uefa-Exekutivkomitee und in das Fifa-Council ausdrücklich. Es ist richtig und wichtig, dass der größte Fußballfachverband der Welt in diesen Gremien vertreten ist und damit seine Sichtweise einbringen kann", schrieb Rauball.

In der Uefa-Exekutive wird Grindel maximal zwölf Jahre bleiben können. Der Uefa-Kongress verabschiedete auch ein Reformpaket und passte damit die Statuten des Kontinentalverbands an die Regularien der Fifa an. Damit wurde die Amtszeit des Präsidenten und der Exekutivmitglieder auf maximal drei Wahlperioden zu je vier Jahren beschränkt.

Mit dem Einzug ins Exekutivkomitee setzt der DFB-Präsident Grindel seine Karriere als Fußballfunktionär fort. Vor knapp einem Jahr wurde Grindel zum Präsidenten des DFB gewählt. Von 2002 bis 2016 war er CDU-Abgeordneter im Deutschen Bundestag. Nach seiner Wahl zum Präsidenten des DFB legte Grindel sein Bundestagsmandat nieder.