Wer spielte wie gegen wen?

1. FC Köln – Werder Bremen 4:3
Borussia Dortmund – TSG Hoffenheim 2:1
FC Bayern München – SV Darmstadt 98 1:0
Borussia Mönchengladbach – FC Augsburg 1:1
FC Ingolstadt – Bayer Leverkusen 1:1
Eintracht Frankfurt – VfL Wolfsburg 0:2
Hertha BSC – RB Leipzig 1:4
Hamburger SV – FSV Mainz 05 0:0
SC Freiburg – FC Schalke 04 2:0

Welches Spiel durften Sie auf keinen Fall verpassen?

Berlin gegen Leipzig. Mit diesem Sieg qualifiziert sich RB für die Champions League (wenn die Uefa es zulässt, aber das ist ein anderes Thema). Damit ist Leipzig der beste Aufsteiger seit dem 1. FC Kaiserslautern, der 1998 Meister wurde. Alle sagen nun: Das ist kein Wunder, es entspricht bloß dem Businessplan von Red Bull. Das stimmt natürlich. Der Brausekonzern gab auch vor dieser Saison zig Millionen Euro aus und wird das sicher weiter tun. Aber das mit dem Geld als Ursache des Erfolgs ist nur die halbe Wahrheit. Man muss sich nur die Mannschaft genauer anschauen. Wer glaubt, Leipzig hätte eine Ansammlung von Spitzenfußballern, der hält auch Timo Werner für einen Nationalstürmer. Oft sah man in RB-Spielen gegen Kleinere gar keinen nennenswerten Qualitätsunterschied, zuletzt gegen Mainz und Ingolstadt. Vielmehr steckt hinter dem Leipziger Erfolg sehr viel Esprit, Leidenschaft, Glaube und Teamgeist. Der Großteil der Mannschaft war auch schon zu Zweitligazeiten in Leipzig. Sie ist gemeinsam und organisch gewachsen und hat auch Rückschläge weggesteckt. Von den Stützen des Teams stießen außer Werner nur Naby Keïta und Bernardo vor dieser Saison hinzu. Ein großes Lob gilt auch Ralph Hasenhüttl für seine starke Trainerarbeit. Was mit diesem Team nun passiert, wenn es für noch höhere Aufgaben verstärkt wird, ist eine andere Frage. Auch was passiert, wenn es mit seinem Außenseiterfußball auf internationale Größen trifft. Doch hinter Leipzigs Sturm auf Platz 2 steckt eine romantische Aufsteigerstory.

Welches Spiel konnten Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Hamburg gegen Mainz. Das war selbst am Bundesliga-Standard gemessen schlimm. Der Spielaufbau beider Teams hatte seinen Namen nicht verdient. Hätte man den Spielern die Füße mit einem Seil zusammengebunden, sie hätten nicht unbeholfener ausgesehen. Wenn man ihnen zusätzlich die Augen verbunden hätte, dann vielleicht. Beide Mannschaften wollten nicht verlieren, wagten in kaum einer Szene Risiko. Mainz hatte wenigstens ein paar Torchancen, wirkte gefestigter. Der HSV hingegen hat in der Schlussphase der Saison seinen zwischenzeitlichen Energieschub wieder verloren. Es hätte aber auch schlimmer kommen können. Etwa mit einer Heimniederlage, kombiniert mit einem Sieg des Konkurrenten Ingolstadt. Doch der FCI kassierte gegen Leverkusen durch eine billige Ecke den Ausgleich. Überhaupt, fünf der sechs Teams, die die Plätze 16 und 17 unter sich ausmachen, spielten an diesem Wochenende unentschieden. Nur Wolfsburg gewann. Nur Wolfsburg gewann. Ein Satz von poetischer Kraft.

Wer stand im Blickpunkt?

Tom Starke. Er, der Ersatz des Ersatztormanns, musste den Bayern den knappen Sieg gegen Darmstadt retten, am Schluss hielt er auch noch einen Elfmeter. Es spielte der Meister gegen den Letzten und der Meister war nicht besser. Darmstadt zeigte allen noch mal: Gegen die Bayern geht was oder: wäre was gegangen. Vor allem wenn Lahm und Alonso nicht mitspielen, stattdessen Renato Sanches, der mindestens 35 Millionen Euro gekostet hat. Er spielt so, dass man fast zu dem Urteil kommen muss: 30 hätten es vielleicht auch getan. Darmstadt muss in die Zweite Liga und weint trotz des lange vorhersehbaren Abstiegs. Auch beim Abschied erhalten die Lilien noch Sympathien, sie waren in den letzten Wochen eins der stärksten Teams der Liga. Das allgemeine Befinden: Sie dürfen wiederkommen.

Was machten die Frauen?

Die entschieden die Meisterschaft vor. Wolfsburg gewann das sogenannte Endspiel in Potsdam 3:1. Das Tor zum 1:2 schoss Anna Blässe – ein Name wie aus einem Schiller-Drama. Und siehe da, die Stürmerin wurde in Weimar geboren, noch zu DDR-Zeiten übrigens. Auch die Tabellendritte, Bayern München, verlor. In Frankfurt war nicht mehr drin als ein 2:4. Drei Spiele vor Schluss hat Wolfsburg sechs Punkte mehr als die Turbine, sieben mehr als München. Das ist mehr als genug. Auch wenn es nicht viele mitbekommen haben: Es war das Wochenende Wolfsburgs.