Wer spielte wie gegen wen?

Bayer Leverkusen – FC Schalke 04  1:4  (0:3)
Borussia Dortmund – 1. FC Köln  0:0  (0:0)
FSV Mainz 05 – Borussia Mönchengladbach  1:2  (0:1)
Werder Bremen – Hertha BSC  2:0  (2:0)
SV Darmstadt 98 – SC Freiburg  3:0  (2:0)
RB Leipzig – FC Ingolstadt  0:0  (0:0)
VfL Wolfsburg – FC Bayern München  0:6  (0:0)
FC Augsburg – Hamburger SV  4:0  (2:0)
TSG Hoffenheim – Eintracht Frankfurt  1:0  (0:0)

Welches Spiel durften Sie auf keinen Fall verpassen?

Im Tabellenkeller brennt noch Licht. Darmstadt mag zu 99,9 Prozent abgestiegen sein, aber diese Abschiedstournee macht Spaß. Darmstadt mit Charme, warten Sie auf den neuen Spiegel-Bestseller! Ein 3:0 verpassten die Lilien am Böllenfalltor den Gästen aus Freiburg, der dritte Sieg in Folge für Neu-Coach Torsten Frings. Vielleicht ist ja was im Grundwasser in Würselen. Aus diesem Städtchen bei Aachen kommt Frings nämlich, genau wie Jupp Derwall und ein gelernter Buchhändler namens Martin Schulz.

Derweil setzten die Augsburger den Dino HSV einmal mehr auf die Rote Liste der bedrohten Arten. Bester Mann beim höchsten Augsburger Bundesliga-Sieg aller Zeiten war Philipp Max. Der trägt nicht nur den Namen des zweifachen Torschützenkönigs Martin Max, sondern als Sohn auch dessen Gene in sich. Seltsam also, dass der Junior in seinen ersten 49 Einsätzen torlos blieb. Im 50. Spiel am Sonntag glänzte er dafür mit einem Traumtor sowie Vorlagen zu den Treffern davor und danach.

Welches Spiel konnten Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Man könnte meinen, dass sowohl Leipzig als auch Dortmund nicht viel mehr Lust auf Europa haben als, sagen wir, Theresa May oder Viktor Orbán. Schließlich quälten sich beide bloß zu torlosen Unentschieden, der BVB gegen Köln und Leipzig zu Hause gegen die abgeschlagenen Ingolstädter. Aber irgendjemand muss ja in die Champions League, eine ideale Ausgangslage also für die TSG Hoffenheim. Doch der fiel gegen defensivstarke Frankfurter lange wenig ein. Am Ende überholten die Nagelsmänner den bis dato Tabellendritten Dortmund durch ein maximal minimalistisches 1:0 nach einer Ecke in der 90. Minute. Da die Rolle des Retortenteams ja längst an Leipzig vergeben ist, will Hoffenheim vielleicht auf FC Bayern machen – und sich für Last-Minute-Siege mal wieder ein bisschen hassen lassen. Über das Tor aber ist nicht mal der Sportdirektor des Gegners böse. Schütze war nämlich Benjamin Hübner, der Sohn des Eintracht-Managers Bruno.

Wer stand im Blickpunkt?

Claus-Dieter "Pele" Wollitz, Trainer von Energie Cottbus. Nachdem Fans seines Vereins beim Viertliga-Hinspiel gegen den SV Babelsberg im Stadion der Freundschaft den Hitlergruß gezeigt hatten, bat der sonst oft so cholerische Wollitz vor dem Rückspiel eher lakonisch darum, dass eine Wiederholung ausbleiben möge: "Wir nehmen dadurch Schaden. Wenn wieder etwas passiert, überlegen sich Familien mit ihren Kindern oder Sponsoren, ob sie noch zu uns zum Fußball kommen." Als ob es darum ginge. Am Freitag dann, beim Rückspiel, passierte das hier:

Zwei Spielunterbrechungen, ein Platzsturm, ein weiterer konnte nur mit Pfefferspray von der Polizei unterbunden werden. Erneute Hitlergrüße und Gesänge der Marke "Arbeit macht frei, Babelsberg 03".

Darauf kann man unterschiedlich reagieren. Levi Salomon vom Verein Jüdisches Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus nannte es "schockierend und verstörend zugleich, dass wiederholt gewalttätige Fußballfans (...) ungestört volksverhetzende sowie antisemitische Inhalte skandieren und ein vermummter Block grölend den Holocaust verherrlicht. Wir hoffen, dass die entsprechenden Täter strafrechtlich belangt werden und es nicht erneut zu solchen Szenen kommt." Wollitz fand folgende Worte: "Wir brauchen Emotionen, wir brauchen Fans, wir brauchen Rivalität ... das andere ist halt schade. Aber auch wenn mir das keiner abnimmt: Unsere Fans wollen keinen verletzen. (...) Wenn gewisse Mannschaften aufeinandertreffen, macht der eine oder andere Fan, wofür er gar nicht steht, aufgrund irgendwelcher politischen Sachen. Und das sollte, wenn‘s möglich ist, von Fußballplätzen ferngehalten werden."

Dazu fällt dann wiederum uns nichts mehr ein.