Wie ging es aus?

VfL Wolfsburg – Eintracht Braunschweig 1:0 (1:0)
Tor: 1:0 Mario Gomez (35., Handelfmeter)

Welches Spiel konnten Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Wolfsburg gegen Braunschweig. Es war jedenfalls nicht so gut, dass man den Empfang für die Wolfsburger Fußballmeisterinnen hätte absagen müssen, was der Verein laut einer Lokalzeitung aber tatsächlich getan hatte. Der VfL Wolfsburg konnte ein bisschen mehr mit dem Ball anfangen, allen voran Yunus Malli und Daniel Didavi. Viel aufs Tor brachte die Elf aber nicht. Braunschweig dagegen glänzte in der Disziplin Body-Check, spielte aber auch ein bisschen mit. Ein bisschen mehr und couragierter zumindest als die meisten Zweitligisten in den vergangenen Jahren. Die Eintracht hatte die größte Chance des Spiels, doch Mirko Boland köpfte vorbei. Jetzt heißt es, wie immer: typisch Relegationsspiel, viel Kampf, wenig Fußball, geht halt um viel. Was viele nicht wissen: Die Mannschaften spielen sonst meist genauso.

Insgesamt muss man sagen, dass das Drama von Wolfsburg so B-Movie-haft war wie Frisur und Schnauzer von Luiz Gustavo. Ein HSV würde der Relegation gut tun. Relegation ohne ihn ist irgendwie nicht dasselbe. 

Was war los in Wolfsburg?

Es gab einige leere Sitze, man sah sie im Fernsehen. Die Fans aus Braunschweig sangen: "Wir haben ein Heimspiel in Wolfsburg." Das Spiel sei ausverkauft, rief hingegen der Wolfsburger Stadionsprecher Spicer. Unbestätigten Insiderinfos zufolge soll er noch ergänzt haben: "Das war die größte Zuschauerzahl, die jemals einem Relegationsspiel beigewohnt hat."

Wie fiel das Tor?

Auf blöde Art. Malli schoss und traf Gustav Valsvik aus kurzer Distanz am Unterarm. Der Arm lag nah am Körper, schlug von der Wucht des Balls nach Oben aus. Das war zu wenig für einen Handelfmeter, der Schiri Sascha Stegemann gab ihn dennoch für Wolfsburg. Das Oberblöde: Der Wolfsburger Mario Gomez hatte unmittelbar zuvor sogar selbst Hand gespielt, vielleicht auch nicht unbedingt absichtlich, aber das war eher strafbar als das der Braunschweiger. Erinnerungen wurden wach an Karlsruhe 2015, damals hatte auch ein unbeliebter Bundesligist von einer Schirientscheidung profitiert, der HSV erhielt einen Handfreistoß, der zum Tor führte. Man muss aber festhalten: Der Pfiff in Karlsruhe war umstritten, der in Wolfsburg war falsch. Das Schiedsrichterteam übersah zudem einen Ellenbogenschlag des Braunschweigers Jan Hochscheidt gegen Didavi.


Wie waren die Reaktionen?

Anders, alternativ. Der Trainer Andries Jonker bewies erneut rhetorisch unerschütterliches Selbstvertrauen und behauptete, seine Mannschaft sei die bessere gewesen. Didavi bescheinigte ihr Spielkontrolle und Dominanz, sie hätte seiner Meinung nach höher gewinnen können. Wie kommt man darauf? Hat irgendeine VW-Software diese Spielanalyse berechnet? Was er zum unberechtigten Elfmeter sage, wurde Jonker noch gefragt: "Ist mir komplett egal." Gomez sagte in etwas da gleiche und konnte sich überhaupt an kein Handspiel erinnern. Ganz auf Trumplinie. Die Braunschweiger hingegen zeigten andere Gemütszustände. Schon während des Spiels rumpelstilzte ihr Trainer Torsten Lieberknecht ob des Elfmeters an der Seitenlinie. Nach dem Spiel sagte er: "Deshalb hasse ich die Relegation. Mit so einer Entscheidung ist die Saison fast im Arsch." Wir haben verstanden, er hätte das gar nicht pantomimisch unterlegen müssen:

Am Montag steigt in Braunschweig das Rückspiel und man musste die Ansprache Lieberknechts an seine Mannschaft nicht mal hören, sondern bloß sehen, um zu verstehen: Die Eintracht nimmt sich was vor.