Deutschlands Eishockey-Nationalteam hat gegen Dänemark mit 2:3 (2:2, 0:0, 0:0) nach Verlängerung verloren. Die Chancen auf einen Viertelfinaleinzug sind für die Auswahl von Bundestrainer Marco Sturm damit deutlich gesunken. Um noch weiterzukommen, muss Deutschland die letzten beiden Vorrundenspiele am Samstag gegen Italien und am Dienstag gegen Lettland unbedingt gewinnen. Ansonsten wäre die Weltmeisterschaft vor heimischem Publikum für das deutsche Team bereits in der Gruppenphase vorbei.

Trotz des Ausfalls von Torhüter Thomas Greiss von den New York Islanders starteten die Deutschen vor 18.629 Zuschauern in der ausverkauften Arena in Köln gut ins Spiel. Mit einem sehenswerten Volleytor von Patrick Reimer (9. Minute) ging der WM-Gastgeber in Führung. Brooks Macek (10.) erhöhte auf 2:0. Noch im ersten Drittel kamen die Dänen allerdings zum Ausgleich. Frederik Storm (17.) und Morten Poulsen (17.) trafen per Doppelschlag. Im letzten Drittel sowie in der Verlängerung war Deutschland klar überlegen und kam zu vielen Chancen. Das entscheidende Tor schoss allerdings Peter Regin (62.) für Dänemark und beendete damit das Spiel.

Zusätzlich zum unglücklichen Spielverlauf hatte Deutschland Verletzungspech. Moritz Müller, Verteidiger der Kölner Haie, musste im ersten Drittel in die Kabine und kam nicht wieder aufs Eis. Er droht, am Samstag verletzt auszufallen.

Vor dem Spiel hatte es eine Kontroverse um Torhüter Greiss gegeben. Der Deutschlandfunk hatte berichtet, dass Greiss auf Instagram während des US-Wahlkampfes den nun gewählten Präsidenten Donald Trump unterstützt hatte. Er hatte unter anderem für einen Vergleich mit Trumps Rivalin Hillary Clinton und Adolf Hitler seine Zustimmung ausgedrückt. Nach Gesprächen mit dem Deutschen Eishockey-Bund (DEB) löschte er diesen Beitrag allerdings wieder. DEB-Vizepräsident Marc Hindelang sagte vor dem Spiel gegen Dänemark: "Grundsätzlich ist Hitler ein No-Go, das ist ganz klar." Allerdings sei Thomas Greiss kein Rechtsextremist und auch kein Rechtspopulist. Der Torhüter saß offiziell wegen einer leichten Verletzung auf der Bank und wurde von Danny von der Birken vom deutschen Meister EHC Red Bull München vertreten.

In den kommenden Spielen könnte das deutsche Team von zwei Spielern der nordamerikanischen Eishockey-Liga NHL unterstützt werden. Leon Draisaitl von den Edmonton Oilers soll nach dem Saisonaus in der NHL am Samstagvormittag in Frankfurt landen und könnte bereits gegen Italien auflaufen. Zudem werde Torhüter Philipp Grubauer von den Washington Capitals am Dienstag zum Team stoßen, kündigte Bundestrainer Sturm an.