Schweden ist zum ersten Mal seit 2013 wieder Eishockeyweltmeister. Am Sonntagabend gewannen die Tre Kronors durch ein dramatisches 2:1 (0:0, 1:0, 0:1, 0:0) nach Penaltyschießen gegen Titelverteidiger Kanada. Es ist der zehnte Titel für Schweden. Kanada, Olympiasiegers von 2010 und 2014, war zuletzt auch zweimal in Serie Weltmeister geworden, verzweifelte in Köln aber am überragenden schwedischen Keeper Henrik Lundqvist von den New York Rangers. Den entscheidenden Penalty für Schweden verwandelte Nicklas Bäckström von den Washington Capitals.

Vor 17.363 Zuschauern in der nicht ausverkauften Kölner Arena hatten in regulärer Spielzeit Victor Hedman (40.) für Schweden und Ryan O'Reilly (42.) für den 26-maligen Weltmeister Kanada getroffen. Für die Nordamerikaner war es die erste Niederlage in einem WM-Endspiel seit 2009. Damals hatten die Kanadier gegen Russland verloren. Die Sbornaja, die mit 27 Titeln alleiniger Rekordchampion vor Kanada bleibt, gewann wie schon im Vorjahr Bronze durch ein 5:3 (2:0, 2:1, 1:2) gegen Finnland.

In einem hochklassigen Halbfinale gegen den WM-Dritten Russland hatten die Kanadier am Samstag einen 0:2-Rückstand noch in ein 4:2 gedreht. Auch im Endspiel war ein Kraftakt notwendig, um überhaupt in die Verlängerung zu kommen. Die Skandinavier waren durch ein Glückstor in Unterzahl 20 Sekunden vor dem Ende des zweiten Drittels in Führung gegangen. Hedman von Tampa Bay Lightning hatte den Puck mit der Rückhand in Richtung kanadisches Tor geschaufelt. Der bis dahin ebenfalls starke kanadische Keeper Calvin Pickard von Colorado Avalanche bekam die mehrfach vor ihm aufspringende Scheibe aber nicht mehr zu fassen.

In Überzahl glich Kanada kurz nach Wiederanpfiff im letzten Drittel aus und erzwang damit die Overtime. Dort hatten die Skandinavier, die sich im Halbfinale mit 4:1 gegen Finnland durchgesetzt hatten, das glücklichere Ende für sich. Auch hier rettete Lundqvist etliche Male in brenzligen Situationen.

Anders als in den Halbfinalspielen blieb das erhoffte Spektakel im Endspiel insgesamt aber aus. Beide fast nur aus NHL-Spielern bestehende Teams agierten lange verhalten.