Dem türkischen Basketballprofi Enes Kanter ist die Einreise nach Rumänien verweigert worden. In einem Video berichtete er, er werde von zwei rumänischen Polizisten am Flughafen von Bukarest festgehalten.

Zuvor war sein türkischer Reisepass annulliert worden. Kanter ist ein Anhänger des Predigers Fethullah Gülen. Seit dem gescheiterten Putsch im Juni 2016 in der Türkei bekämpft die Regierung in Ankara die Gülen-Bewegung mit großer Härte.

In dem Video nannte Kanter seine "politischen Ansichten" als Grund für den Vorfall. Darüber hinaus bezeichnete er den türkischen Präsidenten, Recep Tayyip Erdoğan, als "Diktator" und "Hitler unseres Jahrtausends". "Er hat in Washington Leute attackiert. Er ist ein schlechter, schlechter Mann", sagte Kanter. 

Laut der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu wollte Kanter in Rumänien Veranstaltungen besuchen, die in Verbindung zur Bewegung des Predigers Fethullah Gülen stehen.

Kanter hatte Erdoğan bereits in der Vergangenheit immer wieder öffentlich kritisiert. In seiner Heimat ist er dadurch in Verruf geraten. Im vergangenen Sommer distanzierte sich sein Vater in einem öffentlichen Brief von seinem Sohn und forderte ihn dazu auf, einen anderen Nachnamen anzunehmen. In die türkische Nationalmannschaft wird Kanter wegen seiner politischen Ansichten seit Jahren nicht mehr berufen.

Kanter steht in der nordamerikanischen Basketball-Profiliga NBA bei den Oklahoma City Thunder unter Vertrag. Er ist bekennender Gülen-Anhänger. Nach dem gescheiterten Putschversuch in der Türkei hatte der 25-Jährige sich hinter die Gülen-Bewegung gestellt. Auf sozialen Medien postete Kanter immer wieder Artikel, in denen der Prediger Gülen eine Beteiligung an dem Putschversuch bestreitet.