Wer spielt wann gegen wen?

1. FC Köln – Werder Bremen (Freitag, 20.30 Uhr)
Borussia Dortmund – TSG Hoffenheim
FC Bayern München – SV Darmstadt 98
Borussia Mönchengladbach – FC Augsburg
Eintracht Frankfurt – VfL Wolfsburg
FC Ingolstadt – Bayer Leverkusen (alle Samstag, 15.30)
Hertha BSC – RB Leipzig (Samstag, 18.30)
Hamburger SV – FSV Mainz 05 (Sonntag, 15.30)
SC Freiburg – FC Schalke 04 (Sonntag, 17.30)

Welches Spiel dürfen Sie auf keinen Fall verpassen?

Dortmund gegen Hoffenheim, das Spiel um Platz 3. Der ist wichtig – wer ihn erreicht, spart sich im August die Champions-League-Quali, also eine Reise auf den Balkan, nach Benelux oder Skandinavien. Der BVB hat den teureren Kader, liegt aber einen Punkt hinter dem neuen Rivalen, also auch hinter seinen Zielen. "Ich erwarte nach einer halbjährigen Phase des Umbruchs von allen Beteiligten", sagte Aki Watzke in der Winterpause, "dass wir uns direkt für die Champions League qualifizieren." Klare Ansage, ein Sieg ist Pflicht. Auch der Tabellenplatz dürfte ein Grund sein, warum es Pierre-Emerick Aubameyang nach Paris ziehen könnte, wie nun zu lesen ist. Da lässt sich, angeblich, auch besser shoppen. Die TSG hat weniger Druck, sie wird sich erstmals für Europa qualifizieren. Andrej Kramarić, der beste Scorer des Vereins, sagt sogar und nicht zu Unrecht: "Wir hätten noch mehr Punkte holen können, wie die perfekte Saison fühlt es sich nicht an."

Es ist natürlich auch ein Duell auf der Bank. Die zwei am höchsten gehandelten deutschen Trainer treffen im "Coachico", wie man liest, aufeinander, in einer Art Fußballoberseminar. Der Dortmunder steht im Pokalfinale, hat sich aber in diesem Jahr das eine oder andere Mal vertuchelt (vertucheln, fußballdt. für: nicht die Besten in die Startelf nehmen, sondern die Aufstellung an einer höheren Idee ausrichten). Der Hoffenheimer entstammt einer ähnlichen Trainer-Uni, für ihn sind aber womöglich Punkte und Siege noch wichtiger, er hat nur ein Mal öfter verloren als die Bayern. Nicht nur die Bayern haben ihn auf der Rechnung. Auch Watzke wird am Samstag in seinem Stadion eine Antwort auf die für ihn ungemein spannende Frage vor Augen geführt bekommen: Ist Nagelsmann der bessere Tuchel?

Welches Spiel können Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Bayern gegen Darmstadt. Der Mai ist, gerade für die Bayern, der Fußballmonat. Eigentlich. Diesmal aber ist da nicht viel Wonne. Da zwitschert nichts in den Zweigen, da leuchten keine weißen Bäume, und keine Bienchen fliegen aus. Drei Mal müssen sie noch ran, obwohl die Saison gelaufen ist. Unter der Woche trafen sich die Größten Europas, aber die Bayern mussten zusehen. Nächste Woche treffen sich die Größten Europas, aber die Bayern müssen wieder zusehen, immer nur zusehen. Meister sind sie zwar geworden, aber – auch das noch! die Ärmsten! – in Wolfsburg. Kaum vorstellbar, dass die Bayern einen Trost darin finden, die bedauernswerten Darmstädter in die Zweite Liga zu schießen. Das einzig Interessante, das bleibt, ist die Frage, für welche Taktik und welche Aufstellung die Mannschaft in ihrem wöchentlichen Stuhlkreis abstimmen wird.

Wer steht im Blickpunkt?

Alexander Nouri. Im Februar war er fast entlassen, nun steht er auf Rang 6. Elf Mal nacheinander unbesiegt, neun Siege darunter. In dieser Bundesliga muss man allerdings vorsichtig sein mit vorschnellem Lob. Noch weiß man nicht, wie groß der Anteil des Trainers am Bremer Erfolg ist. Die Gegner waren zuletzt sehr großzügig, Ingolstadt und Berlin schenkten Werder geradezu die Tore. Aber den Namen Nouri sollte man sich, nicht nur weil er so schön ist, merken. Reden kann er jedenfalls. "Ich mache mir keine Sorgen, dass ich an der Bushaltestelle nicht abgeholt werde", sagte er vor zwei Wochen, als er im ZDF darauf angesprochen wurde, wann sein Vertrag verlängert werde. Der Sohn einer Deutschen und eines Iraners denkt auch politisch. Er wollte Trump für dessen Einreiseverbot eine Rote Karte "wegen unsportlichen Verhaltens" zeigen. Kein demokratisch denkender Mensch dürfe es hinnehmen, schrieb Norui auf Facebook, "dass andere Menschen pauschal verurteilt und abgestraft werden".