Wer spielte wie gegen wen?

Bayer Leverkusen – 1. FC Köln 2:2
SV Darmstadt 98 – Hertha BSC 0:2
SC Freiburg – FC Ingolstadt 1:1
FC Schalke 04 – Hamburger SV 1:1
RB Leipzig – FC Bayern München 4:5
VfL Wolfsburg – Borussia Mönchengladbach 1:1
FC Augsburg – Borussia Dortmund 1:1
Werder Bremen – TSG Hoffenheim 3:5
FSV Mainz 05 – Eintracht Frankfurt 4:2

Welches Spiel durften Sie auf keinen Fall verpassen?

Keines, denn oh, wie schön kann ein Samstagnachmittag sein? Neun Spiele, zeitgleich, 37 Tore und ob nun Mainz das Spiel gegen Frankfurt dreht, der HSV sein Glück kaum fassen kann, Hoffenheim die Bremer verpackt oder Leipzig und Bayern den Grundstein für einen neuen deutschen Fußballklassiker legen – der Charme liegt in der Verdichtung der Ereignisse. Ständig passiert etwas, Tor hier, Elfer da. Schon jetzt legendär ist die 60. Minute, als um 16.47 Uhr in fünf Sekunden fünf Tore fielen. Einen schönen Gruß an dieser Stelle auch an die DFL, die sich entschieden hat, den Spieltag ab der kommenden Saison noch weiter zu zerstückeln. Ja, die Parallelspiele entfalten ihren Charme vor allem gegen Ende der Saison, wenn jedes Tor oder Nichttor entscheidenden Einfluss auf die finale Tabelle haben kann. Aber auch an einem 7. Spieltag könnten einem acht Alternativen eher über Rohrkrepierer wie Augsburg gegen den HSV hinweghelfen, als wenn dieser an einem Montagabend in voller Länge und ganz exklusiv gefeatured wird. Aber vielleicht ist das ja genau die Partie, die die Chinesen sehen wollen: Ni hao, HSV.

Welches Spiel durften Sie erst recht nicht verpassen?

Leipzig gegen München, 4:5, das torreichste und sicher auch abenteuerlichste Spiel der Saison. Wie unterhaltsam Fußball doch sein kann, wenn es nur noch um die Ehre geht. Aber was heißt nur noch? Schon nach fünf Minuten hätten die Sachsen 3:0 führen können, auch im weiteren Spielverlauf wähnte man besonders die Herren Boateng, Lahm und Alonso schon in Florida, Asturien und Oberammergau oder wo auch immer die drei ihren Ferien verbringen werden. Leipzig führte 3:1, später wieder 4:2 und ließ in diesen Phasen einige Ballstaffetten etwas zu lässig geraten. "Seht her", sprach da aus jedem Pass zu den Bayern, "so wird es euch ab dem kommenden Jahr ergehen, ihr Noch-Meister, wir kommen!" Doch die Bayern können eben nicht nur gut Fußball spielen, sondern sind auch Mentalitätsbiester. Wer seine Kinder beim Mau-Mau gewinnen lässt, wird an der Säbener Straße nie einen Vertrag bekommen. Innerhalb von fünf Minuten plus Nachspielzeit machten sie noch drei Tore und drehten das Spiel. Und wer sah, wie der 33-jährige Arjen Robben, der schon sechsmal Deutscher Meister wurde, in der Nachspielzeit unbedingt noch gewinnen wollte, jeden Ball forderte und in der 95. Minute nach einem verrückten Solo das 4:5 machte, konnte ahnen, warum er sechsmal Deutscher Meister wurde. Bayern gegen RB, ein Spiel, das zum Klassiker werden könnte. Sorry, BVB-Fans.

Wer stand im Blickpunkt?

Der FC Ingolstadt. Nach zwei Jahren verabschieden sich die Bayern aus der Bundesliga und man müsste lügen, wenn man behaupten würde, ohne die Männer aus dem Audi-Sportpark würde etwas fehlen. Die wenigsten Zuschauer, viele Fouls, kaum Charme. Wer Ingolstadt mag, geht auch gerne zum Zahnarzt. Dafür war immerhin der Abstieg dramatisch, erinnerte ein wenig an die Phantom-Meisterschaft der Schalker 2001. Als das Ingolstädter Spiel in Freiburg abgepfiffen wurde, lag der HSV noch zurück, was bedeutet hätte, dass Ingolstadt noch auf den letzten Spieltag hätte hoffen können. Dann kam die Kunde vom Hamburger Ausgleich, später sahen die Ingolstädter die Bilder vom vermeintlichen Schalker 2:1 im Fernsehen und bekamen nicht mit, dass der Treffer nicht zählt (siehe unten). "Sehr, sehr viele Fehlinformationen – und ganz, ganz bitter", sagte Ingolstadts Marvin Matip.