Der Investor Hasan Ismaik hat angekündigt, gegen die 50+1-Regel im deutschen Fußball vorgehen und sich damit mehr Einfluss beim TSV 1860 München erstreiten zu wollen. "Ich wollte das nie machen, aber jetzt werde ich gegen 50+1 klagen", sagte er der Süddeutschen Zeitung. Der Jordanier hält die Mehrheit der Anteile an dem Traditionsverein. 

Nach der 50+1-Regelung der Deutschen Fußball Liga (DFL) und des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) muss ein Verein mehr als die Hälfte der entscheidungsrelevanten Anteile an einer ausgegliederten Fußballabteilung halten. Das soll Machtmissbrauch eines Investors zu Lasten des Vereins verhindern. Die Regelung, die Ismaik seit jeher kritisiert hat, gibt es in dieser Form nur in Deutschland.

Zuvor hatte der Milliardär eine Zahlung von rund zehn Millionen Euro abgelehnt, die der TSV dringend für die Lizenz zur Teilnahme an der 3. Liga benötigte. Der Verein ist damit nicht in der Lage, die Grundvoraussetzung zur Lizenzerteilung zu erfüllen und muss sich deswegen um einen Startplatz in der Regionalliga bemühen. Dafür soll der SC Paderborn in der 3. Liga bleiben. Als Grund für die weitreichende Entscheidung gab der Hauptanteilseigner an, dass seine jüngsten Forderungen vom Stammverein nicht umgesetzt worden seien.  

Vereinsvertreter teilten mit, man könne die Statuten nicht zu Ismaiks Zufriedenheit ändern. Noch mehr Einfluss bei den Löwen bleibt dem umstrittenen Anteilhaber damit zunächst verwehrt. Ende Mai 2011 hatte Ismaik, ein jordanischer Geschäftsmann, den TSV 1860 München mit seinem Einstieg als Investor vor der Insolvenz bewahrt. Damals hatte er von einer glorreichen Zukunft für den Verein in der Bundesliga und in der Champions League gesprochen.   

Viele Vereinsverantwortliche, darunter Geschäftsführer, Präsident und Trainer, hatten sich nach dem Relegationsspiel diese Woche vom TSV 1860 München getrennt. Das will Ismaik jedoch nicht. Er sagte zu, den Verein "auch in der 4. oder 5. Liga" unterstützen zu wollen.