Die Steilwand El Capitan im kalifornischen Yosemite-Nationalpark zu besteigen ist eine der weltweit schwierigsten und zugleich berühmtesten Herausforderungen für Kletterer. Dem US-Amerikaner Alex Honnold ist es nun als erstem Menschen gelungen, die knapp 1.000 Meter hohe Felswand ohne Sicherung zu besteigen – und ohne Partner. Honnold brauchte am Samstag knappe vier Stunden bis zum Gipfel.

"Die Mondlandung des Freikletterns", so bezeichnete Tommy Caldwell, selbst ein Rekordkletterer, den Coup des 31-jährigen gebürtigen Kaliforniers. Das Magazin National Geographic finanzierte Honnolds Aufstieg im sogenannten Free Solo (allein, ohne technische Hilfsmittel, ohne Sicherung) und schickte ein Filmteam zum Fuß des El Capitan, das mithilfe von Drohnen Material für eine Dokumentation drehte.

Mehr als ein Jahr hatte Honnold an verschiedenen Steilwänden in den USA, China, Europa und Marokko für seinen Rekord trainiert. Neben dem Sponsor war nur ein kleiner Kreis von Freunden und Kletterkollegen in seine Pläne eingeweiht. Im November 2016 hatte Honnold laut National Geographic einen ersten Versuch nach weniger als einer Stunde abgebrochen.

Zur Vorbereitung hatte Honnold sich vorab exakte Platzierungen von Händen und Füßen an den einzelnen Abschnitten eingeprägt. Er führte Buch über seine Leistung bei jedem Klettergang.