Die deutsche Mannschaft startetet mit einem Unentschieden gegen die schwedische Mannschaft in die Europameisterschaft in den Niederlanden. Schweden gilt mit als Favorit neben dem deutschen Team. Nach 27 Duellen war es das erste Unentschieden beider Mannschaften. Vor zwei Jahren standen sich beide Teams schon im Olympia-Finale in Rio gegenüber, bei dem die Deutschen mit einem 2:1 gewannen.

"Es war ein hart umkämpftes, sehr ausgeglichenes Spiel", erklärte Mandy Islacker. "In der zweiten Halbzeit haben wir beste Chancen leider nicht nutzen können", fügte sie hinzu. Ihre Teamgefährtin Josephine Henning meinte: "Das war ein Anfang. Dass nicht alles geklappt hat, hat jeder gesehen. Wir versuchen uns jetzt zu steigern."

Sara Däbritz spielte nicht wie erwartet auf der Sechs, sondern rückte auf die linke Halbposition in der Mittelfeldraute. Für Däbritz übernahm Kristin Demann.

Beide Teams waren anfangs nervös. Zwar erkämpfte sich die Mannschaft von Trainerin Pia Sundhage in der Anfangsphase einen leichten Vorteil, aber wirklich gefährlich wurde es vor dem Tor von Almuth Schult nicht.

Beim achtmaligen Europameister, der bisher alle fünf EM-Duelle mit Schweden gewonnen hatte, mangelte es nicht an Engagement, wohl aber an der Präzision im Spiel nach vorn. Nur selten kamen die DFB-Stürmerinnen zum Abschluss, weil entweder der letzte Pass unsauber gespielt oder von den Schwedinnen um die Wolfsburger Abwehrchefin Nilla Fischer abgefangen wurde. Die einzige nennenswerte Chance in der 9. Minute durch Svenja Huth machte Schwedens Torfrau Hedvig Lindahl zunichte.

Die Stürmerin von Turbine Potsdam wurde von Steffi Jones vorsichtshalber wegen Problemen am linken Oberschenkel kurz vor der Pause ausgewechselt. Für Huth wurde Mandy Islacker neben Anja Mittag eingesetzt, die trotz Mühe dem Tor nicht näher kam, weil gute Zuspieler aus dem Mittelfeld fehlten. Auch die Spielführerin Dzsenifer Marozsán konnte dem Spiel wenig Struktur verleihen.

Nach der Pause erhöhte die deutsche Mannschaft den Druck auf das schwedische Team. Schwedens Defensive hielt stand, in Richtung des Tores der deutschen Mannschaft passierte aber nur wenig. Fast wäre Islacker die Führung gelungen, doch ihr Schuss in der 65. Minute verfehlte das Tor knapp, einen Heber (83.) konnte Lindahl über die Querlatte lenken. Auf der Gegenseite parierte DFB-Keeperin Schult einen Schuss von Stina Blackstenius (71.).

Titelverteidiger Deutschland hatte bei neun EM-Teilnahmen bisher achtmal den Titel gewonnen. Seit 1995 gewann Deutschland die EM sechsmal hintereinander. In ihrem zweiten EM-Spiel trifft die deutsche Mannschaft am Freitag in Tilburg auf Italien, das zuvor den Russinnen mit 1:2 unterlegen war.