Die deutschen Fußballerinnen unter Steffi Jones haben das Viertelfinalspiel gegen Dänemark verloren und damit den Einzug in das Halbfinale verpasst. Die Partie in Rotterdam endete mit 1:2. "Uns hat einfach die Aggressivität und die Überzeugung gefehlt", sagte Torhüterin Almuth Schult. "Es ist bitter, wie dieses Aus zustande kommt: Wenn man seit Wochen den Rhythmus hat und dann hier um 11 Uhr raus muss zum Warmmachen, das ist eine ziemliche Katastrophe." Das Spiel war am Samstagabend nach heftigen Regenfällen auf Sonntagmittag verschoben worden. Auch während der Partie am Sonntag gab es immer wieder kräftige Schauer, der Rasen blieb jedoch bespielbar.

Isabel Kerschowski brachte den Titelverteidiger bereits in der 3. Spielminute in Führung, Nadia Nadim gelang kurz nach der Pause der Ausgleich für die Däninnen. Schließlich erzielte Theresa Nielsen in der 83. Minute den Siegtreffer. "Wir sind einfach mega enttäuscht. Wir haben uns ganz viel hier vorgenommen, da ist man einfach nur traurig und enttäuscht", sagte Verteidigerin Lena Goeßling.

Im Halbfinale am Donnerstag wird Dänemark gegen den Sieger der Partie Österreich – Spanien spielen. Der Gastgeber Niederlande hatte schon am Samstag mit einem 2:0 gegen den Olympiazweiten Schweden als erste Nation die Vorschlussrunde erreicht.

Bundestrainerin Jones blieb bei ihrer Anfangsformation, für die sie sich bereits am Samstag entschieden hatte. Erstmals bei dieser EM rückte Mittelfeldspielerin Linda Dallmann neben Anja Mittag in die Sturmspitze. In der Innenverteidigung spielte die erfahrene Wolfsburgerin Goeßling. Sie hatte im letzten Gruppenspiel nach mehr als acht Monaten Verletzungspause beim 2:0 gegen Russland ein Comeback gefeiert.

Seit 1989 hatten die DFB-Frauen bei kontinentalen Meisterschaften jedes Mal mindestens das Halbfinale erreicht. Nur 1984 und 1987, als die Turniere jeweils nur mit vier Teams ausgespielt wurden, fehlte eine deutsche Auswahl. Zwischen 1989 und 2013 wurden die DFB-Frauen insgesamt achtmal Europameister, zuletzt gelangen ihnen sechs Titelgewinne hintereinander.

Steffi Jones möchte trotz des unerwartet frühen EM-Ausscheidens als Bundestrainerin weitermachen und wartet auf ein Zeichen vom Deutschen Fußball-Bund (DFB). "Meine eigene Motivation ist da", sagte die 44-Jährige auf eine entsprechende Frage. "Die Entscheidungsträger sitzen im DFB. Und die werden sicherlich in den nächsten Tagen mit mir zusammensitzen. Dann werden wir sehen, wie es weitergeht."