Speerwerfer Johannes Vetter hat die erste deutsche Goldmedaille bei der Leichtathletik-WM in London gewonnen. Der 24 Jahre alte Offenburger warf den Speer auf 89,89 Meter. Zehnkämpfer Rico Freimuth holte Silber und musste sich nur von dem Franzosen Kévin Mayer geschlagen geben. Kai Kazmirek vervollständigte mit dem Bronzerang die starke Bilanz der deutschen Zehnkämpfer. Über 100 Meter Hürden wurde Pamela Dutkiewicz vom TV Wattenscheid 01 sensationell Dritte.

Vetter setzte sich in einem engen Endkampf knapp gegen den Tschechen Jakub Vadlejch durch, der den Speer auf 89,73 Meter warf. Vadlejchs Landsmann Petr Frydrych wurde mit 88,32 Metern Dritter. Der Olympiasieger von Rio 2016, Thomas Röhler aus Jena, warf sechs Zentimeter kürzer und verpasste als Vierter eine Medaille. Der Mannheimer Andreas Hofmann kam mit 83,98 Metern auf Platz acht.

Beim Hürdensprint kam die deutsche Meisterin Dutkiewicz nach 12,72 Sekunden ins Ziel. "Ich war wie im Flow", sagte die 25-Jährige im ZDF. "Ich bin kurz aufgewacht und habe gedacht: Du bist vorne. Ich kann das nicht glauben, ich kann das nicht glauben." An eine Medaille habe sie vorher nicht gedacht: "Ich war schon glücklich, hier im Finale zu sein. Es lief alles wie am Schnürchen."

Weltmeisterin wurde die Australierin Sally Pearson, die nach 12,59 Sekunden ins Ziel lief. Es ist ihr zweiter Weltmeistertitel nach 2011. Silber ging an die US-Amerikanerin Dawn Harper-Nelson, die nur vier Hundertstel nach Pearson ins Ziel kam.

Den Zehnkampf gewann der Franzose Mayer mit neuer Weltjahresbestleistung von 8.768 Punkten. Der aus Halle/Saale stammende Freimuth sammelte nach zehn Disziplinen 8.564 Punkte. Für ihn ist es nach Bronze 2015 die zweite WM-Medaille. Der Olympiazweite Kazmirek von der LG Rhein Wied kam am Ende auf 8.488 Zähler. Bronze und Silber für deutsche Zehnkämpfer gab es zuvor nur bei der ersten WM 1983 durch Jürgen Hingsen und Siegfried Wentz.