Ein wirklich bedeutendes Ereignis. Neymar verlässt Barcelona, globale Heimat des schönen und erfolgreichen Fußballs, und geht nach Paris. Neymar ist ein grandioser Fußballer. Er rennt schnell, schlägt Haken, kommt an jedem Gegner vorbei. Tore macht er auch sehr viele. Er wird Barcelona fehlen, Paris lacht vor Glück.

Die weisesten Experten schwärmen von Neymar. Guardiola wollte ihn statt Götze in München. Neymar ist nicht der Beste von Kolumbien oder Österreich, sondern eben Brasilien. Er gewann die Champions League, führte sein Land zu olympischem Gold. Was macht Brasilien ohne ihn? Brasilien verliert 7:1, der Deutschland-Fan erinnert sich.

Paris schied in der Champions League bisher immer im Viertelfinale oder früher aus, zuletzt gegen Neymars Barcelona. Damit ist nun Schluss, Paris hat's kapiert: Man braucht nicht nur gute Fußballer, man braucht die Größten. Auf Paris warten glorreiche Zeiten.

Paris St. Germain gehört den wohlhabenden Kataris. Für Neymar zahlen sie 222 Millionen Euro. Rechnet man die Mehrwertsteuer hinzu und sein Gehalt der nächsten fünf Jahre und das Handgeld für den Vater (40 Millionen), kommt man auf 600 Millionen. Das ist nicht ganz ein halbes Prozent der Summe, die sich die Kataris die WM 2022 kosten lassen.

Angeblich geben die Kataris die Ablöse direkt an Neymar, der dann ihr WM-Botschafter wird. Und er zahlt sie dann an Barcelona selbst. So geht dieser Kauf wieder konform mit den strengen Financial-Fairplay-Regeln der Uefa. Die will verhindern, dass zu viel Geld auf dem Transfermarkt bezahlt wird, der Fußball überkommerzialisiert wird, den Kontakt zu den Menschen verliert und irgendwann den Reichen und Neureichen gehört.

222.000.000 Euro. Damit könnte man natürlich auch anderes machen, etwa den uneröffneten Berliner Flughafen fast ein Jahr unterhalten oder Jeff Bezos eine Woche zahlen. Oder ein Mittel gegen Krebs entwickeln oder Mossul wiederaufbauen. Man müsste es eigentlich keinem verdenken, wenn er das für viel Geld hält. Man könnte sogar fast auf die Idee kommen, dass dieser Betrag für einen einzigen Kicker ein bisschen hoch ist.