Wer spielte wie gegen wen?

Sie haben gewählt. Borussia Dortmund ist der Sieger des Wochenendes, sie bekam die meisten Herzchen. Vor dem Spiel, wohlgemerkt, denn die Wahllokale unseres Ticker-Tools schließen mit dem Anpfiff.

Welches Spiel durften Sie auf keinen Fall verpassen?

Dortmund gegen Gladbach. 30 Prozent erreicht die Borussia, das ist ihr Anteil an allen Toren dieses Spieltags. Im Fußball ist das ein extrem hoher Wert. Der BVB macht großen Spaß im Moment. Maximilian Philipp hatte vor der Saison keiner auf der Rechnung, am Samstag traf der Ex-Freiburger zweimal nach bester Stürmerart. Pierre-Emerick Aubameyang scheiterte zwar zunächst mehrmals am Torhüter Tobias Sippel, der weitere Dortmunder Treffer verhinderte, legte aber dreimal nach. Julian Weigl zielte bei seinem Comeback in der Startelf zentimetergenau, ihm gelang sein erstes Bundesliga-Tor. Gegen die vielen Häkchen und Pässchen des BVB waren die hüftsteifen Verteidiger Matthias Ginter und Jannik Vestergaard machtlos. Auch war die Gladbacher Abwehr nicht gut organisiert, die Abstände zwischen den Verteidigern waren zu groß, auf Pässe in die Tiefe reagierte sie nicht. Zwar ließen sich auch die Dortmunder Defensiven Ömer Toprak, Jeremy Toljan und auch Weigl recht leicht ausspielen, Gladbach hätte locker drei Tore schießen können. Doch Mittelfeld und Sturm der Dortmunder sind das Beste, was die Liga zurzeit zu bieten hat.

Zudem stellt Peter Bosz klug auf, diesmal rotierte er erstmals. Aber mit Sinn und Erfolg und nicht irgendwie. Unter seinem neuen Trainer spielt der BVB wie enttuchelt auf. Die Südtribüne stimmte laut wie lange nicht mehr das Pippi-Langstrumpf-Lied ein: "Wer wird Deutscher Meister? BVB, Borussia!" Das sangen in den vergangenen Jahren nur die Bayernfans, aus Häme. Und weil Bayern antastbar ist, steht Fußballdeutschland vielleicht vor einem Machtwechsel. Zumindest scheint der BVB mindestens das Zeug zu haben, den Bayern bis zum Saisonende einen Zweikampf zu liefern. Die Favoritenrolle ist nicht mehr klar verteilt. Es gibt noch gute Nachrichten aus Deutschland.


Welches Spiel konnten Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Bremen gegen Freiburg, Stuttgart gegen Augsburg, Hannover gegen Köln, drei Nullnullkicks, die Gipfel des Mittelmaß. So sieht Bundesliga aus: Solide verteidigen können die meisten. Kreative Ideen, wie man sich dem Tor nähert, hingegen fehlen. Bremen, Freiburg und Köln bleiben in der nicht mehr ganz so neuen Saison noch immer sieglos. Mainz gegen Berlin kann man als viertes Spiel in diese Reihe des Gähnens hinzurechnen, es war eigentlich auch ein Nullnull. Doch eine Entscheidung des Schiris Tobias Stieler brachte einen Elfmeter für die Gastgeber. Sie war deswegen sehr fraglich, weil er sie nach Videostudium an der Review Area am Seitenrand traf und es kein eindeutiges Foul war, sondern ein Kann-Elfer. Für solche Fälle ist der Videobeweis aber nicht vorgesehen. Auch wenn an diesem Spieltag keiner motzte, bleibt er weiterhin ein Ärgernis.

Wer stand im Blickpunkt?

Sven Ulreich, Manuel Neuers Stellvertreter auf Erden. Bayerns und Deutschlands Nummer eins spielt ja erst wieder im nächsten Jahr. Im ersten Saisonspiel gegen Leverkusen hatte Ulreich seinem Team noch den Sieg gerettet. Gegen Wolfsburg erwischte er einen schwarzen Tag. Mit seinem Patschhändchen lenkte er einen harmlosen Freistoß ins Netz. Warum er nur eine Hand nahm? Ob er Abseits reklamieren wollte? Man weiß es nicht. Jedenfalls war es ein Torwartfehler geradezu spektakulärer Dimension.

Ulreich entschuldigte sich nach dem Spiel bei seiner Mannschaft, aber es war nicht nur er. Bayern ging mit einem Elfmetergeschenk durch den Schiri Christian Dingert in Führung, den sein Videoassistent nicht korrigierte. Robert Lewandowski, der sich bei einem Zweikampf im Strafraum hinwarf, scheint Arjen Robben im Elfmeterrausholen den Rang ablaufen zu wollen. Das 2:0 war das Resultat eines abgefälschten Schusses, dennoch genügte den Bayern eine Zweitoreführung nicht. Sie erlangten keine Kontrolle im Mittelfeld, beim Ausgleich deckte die Innenverteidigung Luft. Es war nicht nur der Tormann.