Wer spielte wie gegen wen?

Seit dieser Saison dürfen Sie Herzchen vergeben. An diesem Spieltag gewann, für uns doch etwas überraschend, RB Leipzig die Herzchenwertung. Am wenigsten geliebt wurde dagegen der HSV. So sad.

Welches Spiel durften Sie auf keinen Fall verpassen?

Herrschaftszeiten, was muss es gerade Spaß machen, ein Bayer zu sein?! Auf der Wiesn dürfen sie seit dem Wochenende wieder 10,95 Euro für ein Glas Bier berappen, bald auch wieder ein Kreuz bei der CSU machen, und, da schau her!, der FC Bayern watscht seine Gegner wieder ab. 4:0 gegen Mainz und alle haben sich wieder lieb. Nun ja, fast alle. Arjen Robben lief nach seinem Tor zu Franck Ribéry, der auf der Bank saß, nachdem er nach der Auswechslung in der Champions League am Dienstag sein Trikot wutentbrannt fortgeschleudert hatte. Robben sagte auch, er spiele immer besser, wenn Thomas Müller spielt. Auch das kann man als kleinen Wink an den Trainer Carlo Ancelotti verstehen, der Thomas Müller auch gerne mal auf der Bank lässt. Möglicherweise aber lässt das Ancelotti auch kalt, er hat schon ganz anderes erlebt als ein wenig Geknirsche beim deutschen Rekordmeister. 

Welches Spiel konnten Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Hoffenheim gegen die Hertha, das erste Spiel der Bundesligageschichte, das an einem Sonntag um 13.30 Uhr angepfiffen wurde. An einem Sonntag um 13.30 Uhr! Für uns Berliner ist das noch mitten in der Nacht, da machen wir uns alle erst auf den Weg ins Berghain. Aber wahrscheinlich wollte der asiatische Markt die Partie der beiden weltweiten Publikumslieblinge zur Primetime. Sandro Wagner ließ dann seine Fans zwischen Ulan-Bator und Tokio nicht lange warten und traf schon nach sechs Minuten zum 1:0. In der zweiten Hälfte glich Herthas Alexander Esswein aus, da wackelte die Richterskala in Korea erneut. 1:1, Abpfiff um 15.20 Uhr. Also während wir im Darkroom noch nach dem Lichtschalter tasteten.

Wer stand im Blickpunkt?

Brüche des unteren und seitlichen Augenhöhlenbodens, des Nasenbeins und des Oberkiefers. Das ist die üble Diagnose, die Stuttgarts Christian Gentner gestellt wurde. Die Bilder sahen nicht viel besser aus. Umgerammt vom Knie des Wolfsburger Torhüters Koen Casteels blieb Gentner zunächst regungslos auf dem Boden liegen. Nach bangen Minuten wurde er vom Feld transportiert, ansprechbar, und es stellte sich später glücklicherweise recht schnell heraus, dass Gentner wohl wieder vollständig gesund wird. Womit das Wichtigste geklärt wäre. Und dann gibt es da noch die Sache mit dem Videobeweis. Der Schiedsrichter Guido Winkmann bewertete die Szene nicht einmal als Foulspiel. Eine sehr eigenwillige Meinung, die vom Videoschiedsrichter Deniz Aytekin jedoch bestätigt wurde. Kein Strafstoß also für den VfB, kein Platzverweis für den bereits verwarnten Casteels. Der Ober-Videoschiedsrichter Hellmut Krug gab später zu Protokoll, die Entscheidung sei "grenzwertig, aber vertretbar", obwohl er im WM-Finale von Rio gegen Manuel Neuer in einer ähnlichen, aber harmloseren Szene einen Elfer verhängt hätte. Die meisten Fußballfans können da nur drüber lachen. Christian Gentner sicherlich auch – wenn er irgendwann wieder lachen kann.