Wer spielt wann gegen wen?

Wir sind noch immer begeistert von den Ergebnissen unseres Livetools. Ginge es nur nach dem, hätte den vergangenen Spieltag Hoffenheim vor Gladbach und Mainz gewonnen. Vielleicht wollen Sie dieses Mal etwas seriöser Ihre Herzen verteilen.

Welches Spiel dürfen Sie auf keinen Fall verpassen?

Dortmund gegen Köln. Die größte Gruppentherapie seit Langem. Es würde nicht wundern, wenn sich am Sonntag zweiundzwanzig Spieler vor dem Anpfiff in der Mitte zu einem Stuhlkreis treffen. "London, schlimm", werden die verprügelten England-Touristen raunen. Die Spieler des BVB, 1:3 unterlegen in Tottenham, erzählen, wie man die rechte Abwehrseite offen lässt, um dem Gegner zweimal das gleiche Tor zu ermöglichen. Roman Bürki hält einen Impulsvortrag über das Torwarteck. Mario Götze zählt seine Schneidezähne und stellt fest, dass nicht mehr alle da sitzen wo sie sein sollten. Und Pierre-Emerick Aubameyang versteckt sich.

Bis die Kölner, 1:3 unterlegen gegen Arsenal, anfangen zu sprechen, vergeht eine Weile. Noch sind sie fassungslos bis beseelt von ihren Fans. Fast 20.000 Kölner kehrten mit ihrem "Effzeh" anlässlich des "return of the goat" in den Europapokal zurück, Gästekarten gab es allerdings nur 2.900. Also deckten sich viele mit Tickets für den Heimbereich ein. Das Spiel verzögerte sich um eine Stunde. Es hätte eine bedingungslos schöne Rückkehr werden können, hätte nicht eine kleine Gruppe Zäune niedergerissen und versucht, den Block zu stürmen. Kölner gingen auf Ordner los. Kölns Keeper Timo Horn sagte: "Die Fans, die so etwas machen, schaden dem Verein." Die Hysterie, die sich nun über diesen Abend legt, ist aber übertrieben. Wie ein typischer Rosenmontag: Viel Krach und Laune und nicht alle halten sich an das Bürgerliche Gesetzbuch. Viele Engländer waren begeistert. Manche sahen im Kölner Spontankarneval das, was englische Fankultur einmal ausgemacht habe. Die Ränge beruhigten sich dann, bis der Tabellenletzte der Liga loslegte. Jhon Córdoba, Kölns Neuzugang, schoss aus 40 Metern ins leere Tor. In London war Rosenmontag. Den beendete Schalkes früherer Türsteher Sead Kolašinac. Er glich für die Arsenal-Elf aus, die nicht in Bestbesetzung antrat und trotzdem noch zweimal zum Toreschießen eingeladen wurde. Freundliche Gäste waren also wenigstens die Spieler aus dem Rheinland. Und wer schon einmal einen Kranz Kölsch mit Einheimischen geleert hat, weiß auch: Am nächsten Tag ist alles wieder vergessen. Erinnern wird man sich hingegen an Bilder wie diese:

Welches Spiel können Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Hannover gegen den HSV. Es ist ein bisschen wie mit der FDP: 96 und der HSV waren mal was, wurden dann bedeutungslos und mischen plötzlich unerwartet wieder mit. Doch es gibt Gründe, sich dem Duell zu verweigern. Es könnte sehr leise werden, die Hannoveraner Fanszene schweigt aus Frust über den Clubchef Martin Kind noch immer. Und dann ist da noch Eurosport. Der Sportsender zeigt seit dieser Saison die Freitagsspiele und diese Woche auch zum ersten Mal ein Sonntagsspiel (Hoffenheim-Hertha). Bisher gelang es Eurosport, seine für teures Geld erworbenen Übertragungsrechte zu verstecken. Entweder fiel die Übertragung ganz aus oder Eurosport produzierte Kunst, wie am vergangenen Freitag. Und immer war der HSV betroffen. "Wir sind bislang die Hauptgeschädigten der fehlerhaften Übertragungen", maulte Hamburgs Vorstand Heribert Bruchhagen und forderte die DFL auf, bei Eurosport mal feste auf die Internetleitungen zu hauen und das 32K-Modem anständig auszurichten. HSV gegen Eurosport – das Duell geht weiter.

Wer steht im Blickpunkt?

Julian Nagelsmann und sein Kleiderschrank. Eurosport führte ein Interview mit dem Hoffenheimer Trainer und fragte ihn nach seinen Visionen und langfristigen Lebensplänen. Hoffenheims Trainer bejahte, dass der FC Bayern in seinen Träumen "schon eine etwas größere Rolle" spiele. Er beteuerte später, das habe keinen aktuellen Bezug, aber viele lesen das natürlich genau so. Der Bayern-Trainer Ancelotti ist angeschlagen, Nagelsmann gilt als möglicher Nachfolger. Da passt so eine unbedachte Aussage in die allgemeine Antilotti-Stimmung. Nagelsmann erklärte sich am Tag darauf: "Das hat eine größere Rolle gespielt als von mir gewollt. Tut mir Leid, dass diese Aussagen von mir so große Wellen geschlagen haben. Das war keine Bewerbung." Er sagte, er habe Ancelotti eine Entschuldigung per SMS geschickt. Ancelotti habe mehr Titel gewonnen als er, Nagelsmann, Unterhosen im Schrank habe. Bevor Sie zusammenzucken, liebe Leser – Ancelotti gewann 19 Titel. Das genügt also locker für sechs Wochen. Und allen Hoffe-Ultras, die den baldigen Abgang Nagelsmanns fürchten, sei nach der 1:2-Niederlage gegen Sporting Braga gesagt: Als Bayern-Trainer sollte man im Europapokal auch mal gewinnen.