Bundestrainer - Löw verurteilt Fan-Verhalten in Prag Der Bundestrainer hat das Verhalten und die Gesänge einiger Fans beim Länderspiel gegen Tschechien scharf kritisiert. © Foto: Thomas Kienzle / AFP / Getty Images

Bundestrainer Joachim Löw hat das Verhalten von deutschen Fans verurteilt, die während des WM-Qualifikationsspiels in Prag in Sprechchören den DFB und einige Nationalspieler beleidigten. "Ich bin voller Wut und sehr, sehr angefressen über das, was passiert ist", sagte Löw.

Einige "sogenannte Fans" benutzten die Bühne des Fußballs, um mit ihrem "oberpeinlichen Auftreten viel Schande über unser Land zu bringen". Der DFB-Chefcoach forderte harte Sanktionen: "Jeder von diesen Leuten, der nicht ins Stadion kann und darf, ist ein absoluter Gewinn." Diese "Chaoten" beschädigten das Bild eines respektvollen und toleranten Deutschlands, für das die Nationalmannschaft stehe. "Das ist unterste Schublade und zutiefst verachtenswert."

Eine Gruppe von 200 Besuchern aus Deutschland hatte ihre Tickets nicht über den offiziellen Verkaufsweg des DFB bezogen. Sie störten während des Freitagabendspiels gegen Tschechien eine Schweigeminute für tschechische Altinternationale. Der Leverkusener Julian Brandt berichtete später von "Gesängen mit nationalsozialistischem Hintergrund". Nach dem Spiel, das Deutschland mit 2:1 gewann, verweigerte die Mannschaft den Weg vor die deutsche Fankurve. Das sei das "absolut richtige Zeichen" gewesen, sagte Löw.

Auch die Nationalspieler Antonio Rüdiger und Timo Werner sollen beleidigt worden sein. Siegtorschütze Mats Hummels etwa sagte: "Timo Werner wird beleidigt, bepöbelt. Dann fangen die Fans an, diesen Scheiß zu rufen. Da distanzieren wir uns komplett davon."

"Faschistische, rassistische, beleidigende oder homophobe Schlachtrufe"

DFB-Präsident Reinhard Grindel kommentierte auf Facebook, dass sich Mannschaft, Fans und DFB gemeinsam "diesen Krawallmachern" entgegenstellen müssten. "Wir werden niemals faschistische, rassistische, beleidigende oder homophobe Schlachtrufe dulden."

Löw rief das Publikum dazu auf, vor dem nächsten Qualifikationsspiel am Montag gegen Norwegen in Stuttgart fair mit Werner und Rüdiger umzugehen. "Sie sind Teil der deutschen Nationalmannschaft. Wir sind amtierender Weltmeister", sagte der Bundestrainer.