Das Internationale Olympische Kommittee hat die Doppelvergabe der Olympischen Spiele 2024 an Paris und 2028 an Los Angeles offiziell beschlossen. Die IOC-Session, die Vollversammlung der Mitglieder des Komittees, nahm in der peruanischen Hauptstadt Lima den Vertrag für die Vergabe an. Es seien "zwei großartige Städte aus zwei großartigen Ländern mit einer großartigen olympischen Geschichte", sagte IOC-Präsident Thomas Bach.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sagte in einer Videobotschaft: "Das ganze Land steht hinter den Spielen." Die Bürgermeisterin von Paris, Anne Hidalgo, zeigte sich in Lima tief berührt und sprach von einem historischen Abkommen. Auch Eric Garcetti, der Bürgermeister von Los Angeles, versprach große Spiele nach dem Motto "Follow the sun" (Folge der Sonne): "Die Menschen in L.A. nehmen die Spiele nicht als etwas wahr, was in elf Jahren stattfindet, sondern die Spiele beginnen heute."

Das IOC hatte bereits im Juli die Vergabe der Spiele bekantgegeben, die Annahme des Vertrags galt als Formsache. IOC-Präsident Bach hatte die Idee der Doppelvergabe seit vergangenem Dezember vorangetrieben. Seiner Ansicht nach brachte das bisherige Verfahren zu viele Verlierer hervor. Schon die Bewerbung ist mit hohen Kosten und politischen Risiken verbunden. Gescheiterte Bewerber mit durchaus konkurrenzfähigen Konzepten treten nicht unbedingt ein zweites Mal an.

Vier Städte hatten Bewerbung zurückgezogen

Ursprünglich hatten sich auch Hamburg, Budapest, Rom und Boston für die Sommerspiele 2024 beworben. Alle vier Städte zogen ihre Bewerbungen nach Bürgerprotesten zurück. Vor allem die Winterspiele 2014 im russischen Sotschi und die Sommerspiele 2016 in Rio de Janeiro standen aufgrund der Kosten und Vorwürfen von Gigantismus in der Kritik. Derzeit untersucht die französische Justiz, ob bei der Vergabe an Rio gekaufte Stimmen eine Rolle spielten.

Paris und Los Angeles haben bürgernahe Konzepte vorgelegt und werben mit vergleichsweise geringeren Kosten. Dafür sollen vor allem bereits bestehende Sportstätten genutzt werden. Paris will beispielsweise das Stade de France als Olympiastadion nutzen. Die französische Hauptstadt hatte die Spiele schon 1900 und 1924 ausgerichtet. Paris kalkuliert mit 6,2 Milliarden Euro. Los Angeles will – wie schon bei den Spielen 1932 und 1984 – das Los Angeles Memorial Coliseum nutzen. Mit 5,3 Milliarden Dollar will die Stadt auskommen (knapp 4,5 Milliarden Euro). Das IOC schießt 1,8 Milliarden Dollar zu.

Südkorea wird Spiele 2018 austragen

Zuletzt hatte das IOC 1921 zwei Olympische Sommerspiele gleichzeitig vergeben: 1924 an Paris und 1928 an Antwerpen.

In seiner Eröffnungsrede der Session ließ IOC-Präsident Bach keinen Zweifel, dass die Winterspiele in Südkorea im kommenden Februar trotz der Spannungen auf der koreanischen Halbinsel stattfinden werden. Über Alternativen zu den Spielen in Pyeongchang vom 9. bis 25. Februar zu sprechen, sei die falsche Botschaft, sagte Bach. Das weitgehend isolierte Nordkorea hatte mit Raketen- und Atomtests die Spannungen auf der Halbinsel immer wieder verschärft.