Die New Yorker Polizei hat einen hochrangigen Mitarbeiter des deutschen Sportartikelherstellers Adidas festgenommen. Der Direktor für globales Basketball-Marketing, James G., wurde bereits am Montag wegen des Verdachts auf Korruption verhaftet. 

Die US-Bundesanwaltschaft wirft G. und neun weiteren Personen vor, vielversprechende Nachwuchssportler bestochen zu haben – oder die Bestechungsgelder angenommen zu haben. G. etwa soll unter anderem der Familie eines Nachwuchsbasketballers eine sechsstellige Summe gezahlt haben, damit dieser an einem von Adidas gesponserten College spielt. Außerdem soll der Manager versucht haben, junge Spieler durch finanzielle Anreize vertraglich an den Adidas-Konzern zu binden.

Der Angeklagte sei "eindeutig jemand, der die Autorität hatte, Firmengelder über 100.000 US-Dollar weiterzuleiten und zu tarnen", sagte der leitende Staatsanwalt, Joon Kim. Zwei weitere Adidas-Mitarbeiter sollen sich an den illegalen Geschäften beteiligt haben. Vier Trainern von Universitätsteams – aus Oklahoma, Alabama, Arizona und Kalifornien – wirft die Staatsanwaltschaft vor, Bestechungsgelder angenommen zu haben.

"Das von den heutigen Vorwürfen gezeichnete Bild ist kein schönes", sagte Joon Kim. Die seit 2015 laufenden verdeckten Ermittlungen jedoch seien ein Erfolg. Einen der festgenommenen Manager zitierte Kim mit den Worten: "An einem Jungen kann man Millionen verdienen." Die Leidtragenden dieser kriminellen Machenschaften seien vor allem die Colleges, weil sie sich auf korrupte Trainer verlassen hätten. Die Ermittlungen würden die "Schattenseiten des College-Basketballs" offenlegen, so Kim. Die Untersuchungen dauern an.

Eine Sprecherin von Adidas teilte nach Bekanntwerden der Anklage mit, das Unternehmen aus Herzogenaurach habe von einem Fehlverhalten G.s nichts gewusst und werde vollumfänglich mit den Behörden zusammenarbeiten. Die Aktie des Konzerns verlor 2,4 Prozent.