Wer spielt wann gegen wen?

Falls Sie es nach der Länderspielpause schon vergessen haben: Wir sammeln wieder Herzchen. Wem also gönnen Sie den Sieg in der jeweiligen Partie? Oder wem nicht – dann bekommt halt der Gegner ein Herz. In Bälde gibt es hier die erste Tabelle, mit den gesammelten Herzchen der ersten Spieltage. Platz vier wird Sie staunen lassen.

Welches Spiel dürfen Sie auf keinen Fall verpassen?

Dortmund gegen Leipzig. Den BVB-Bossen wird diese Woche gefallen haben: Die Spieler Yarmolenko, Pulisic, Aubameyang, Toprak und Şahin werden sich im Sommer die WM im Urlaub angucken, um dann frisch in die neue Saison starten zu können. Doch zuerst müssen sie zum Sympathiegipfel antreten. Glaubt man den Umfragen, treffen nicht nur der Tabellenführer und der Vierte aufeinander, sondern auch zwei der beliebtesten Mannschaften des Landes. Und bevor Sie jetzt vor Verwunderung ins Energyfläschchen prusten: Die Demoskopen von YouGov haben Fans gefragt, welcher ihr Lieblingsclub ist. Dortmund landete auf Rang zwei, Leipzig wurde Vierter. "Nach der letzten Länderspielpause ist der Anteil der RB-Leipzig-Anhänger vor allem in den neuen Bundesländern deutlich gestiegen", schreiben die Autoren. Der ostdeutsche Mann wählt halt seltsam.

Fast ausgeschlossen werden kann aber, dass allzu viele Dortmunder RB zu diesem Wahlsieg verhalfen. Im Februar begrüßten einige Borussen ihren Gast aus dem Osten mit Steinen und Flaschen, die Südtribüne war übersäht mit provokanten Plakaten, auf einem stand: "Pflastersteine für die Bullen." Das will die Polizei nun verhindern. Sie hat doppelt so viele Beamte für das Spiel abgestellt. Der Dortmunder Bürgermeister Ulrich Sierau hat diejenigen Leipziger eingeladen, die im Frühjahr Anzeige erstatteten. Eine Demo wird es trotzdem geben: "Dietrich Mateschitz' Projekt ist heute genauso abzulehnen wie damals", sagen die BVB-Ultras und rufen auf, vor dem Spiel gemeinsam zum Signal Iduna Park zu marschieren – in dem die Kommanditgesellschaft auf Aktien Borussia Dortmund ihre Heimspiele austrägt –, um ein Zeichen gegen Kommerzialisierung zu setzen.

Welches Spiel können Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Leverkusen gegen Wolfsburg.

Wer steht im Blickpunkt?

Arturo Vidal. Es ist nicht klar, in welchem Verhältnis er zu Carla Pardo steht, beste Freunde aber scheinen sie nicht zu sein. Sie ist die Frau des chilenischen Tormanns Claudio Bravo und wird la capitana genannt. Und sie kann richtig sauer werden. Chile schied spektakulär in der WM-Quali aus, Vidal war gelbgesperrt und sah das Elend in München sitzend. "Meine Seele ist zerstört", schrieb er anschließend. Ungewohnt wenig cojones aus Vidals Mund. Das alles machte Frau Pardo gelb vor Wut: "Ich weiß, dass sich die meisten den Arsch geschoren haben", schrieb sie – und die Rede war nicht von Körperrasur –, "während andere bloß feiern gingen und wegen Trunkenheit nicht mal trainieren konnten. Wem der Hut passt, soll ihn aufsetzen und aufhören, zu jammern." Ihr Instagram-Post wurde zur inoffiziellen WM-Analyse der Chilenen und alle verstehen, auf wen sie zielt. Vidal genoss Ende August die Vorzüge chilenischer Casinos. Chile verlor anschließend gegen Paraguay. Nach einer weiteren Niederlage in Brasilien und dem 1:1 von Peru und Kolumbien am Dienstag fehlten dem Südamerikameister Chile zwei Tore für den Trip nach Russland.

Wie ungerecht der Weltgeist mit den Chilenen umspringt, zeigt eine Episode vor Gericht: Bolivien hatte beim Unentschieden im Qualispiel gegen Chile vor einem Jahr einen Spieler ohne Spielberechtigung eingesetzt. Der juristische Protest der Chilenen war erfolgreich, sie bekamen einen Sieg zugesprochen, also zwei Punkte mehr. Allerdings bekamen daraufhin auch die Peruaner aus den gleichen Gründen einen Sieg gegen Bolivien anerkannt, bloß hatten die zuvor gegen Bolivien verloren. Also drei Punkte zusätzlich. Ausgerechnet Peru steht nun in der Tabelle vor Chile, punktgleich. Ein Sieg, der dem Sieger schadet.