Der Fußball-Weltverband Fifa hat entschieden, für rechtsextreme Ausfälle deutscher Fans bei einem Spiel im September eine Geldstrafe zu verhängen. Bezahlen muss der Deutsche Fußball-Bund (DFB). Die Höhe der Sanktion beläuft sich auf 32.000 Schweizer Franken, umgerechnet rund 28.000 Euro. Außerdem sprach die Fifa eine Verwarnung aus. Die Fifa hätte auch einen Fanausschluss bei einem der nächsten Spiele verhängen können.

Am 1. September hatten deutsche Fans in Prag bei einem Qualifikationsspiel zur Fußballweltmeisterschaft Nazi-Parolen skandiert. Unter anderem unterbrachen die Fans eine Schweigeminute für zwei verstorbene tschechische Fußballfunktionäre, zündeten Pyrotechnik im Stadion und antworteten auf "Sieg"-Rufe mit "Heil"-Rufen. 

Nationalspieler Mats Hummels hatte nach dem Spiel zu den Vorfällen gesagt: "Die Gesänge waren ganz schlimm, eine Katastrophe. Das sind Krawallmacher, Hooligans. Man muss schauen, dass man die aus dem Stadion kriegt." Bundestrainer Joachim Löw sagte, er sei "voller Wut und sehr, sehr angefressen". Dieses Verhalten deutscher Fans habe "viel Schande über unser Land" gebracht, so Löw.

Im Anschluss an die Ausschreitungen hatte die Fifa Ermittlungen gegen den DFB, aber auch gegen den tschechischen Fußballverband eingeleitet. Der Gastgeber ist für die Sicherheit der Zuschauer verantwortlich. Der DFB-Präsident Reinhard Grindel forderte nach den Ausfällen stärkere Kontrollen bei der Ticketvergabe in Europa.