Väter wollen in der Regel nur das Beste für ihre Kinder. Dass sie einen Partner fürs Leben finden, gesund bleiben, vielleicht selbst Kinder bekommen. Kurzum: Dass die Kinder glücklich werden. LaVar Ball hat andere Träume. Er möchte, dass seine drei Söhne ihm Milliarden von Dollar einbringen.

Lonzo, LaMelo und LiAngelo sollen Basketballprofis werden. Nicht irgendwelche, sondern die besten, die es je gab. So ist es geplant und so war es alles von Anfang an geplant. Seit der Zeugung. In einem Interview mit TMZSports sagte Ball, er habe seine Frau Tina an der California State University in Los Angeles einst nicht zufällig getroffen, sondern sich eine große und hübsche Basketballerin gesucht. Sie ist etwas über 1,80 Meter groß, er über 1,90 Meter.

Aus biologischer Sicht ging der Plan auf: Die drei Söhne sind zwischen 1,90 und zwei Meter groß geworden. Der 48-jährige LaVar hat ihnen von klein auf einen Basketball in die Hand gedrückt. Und auch sportlich scheint das Projekt, Basketballprofis zu züchten, zu funktionieren. LaMelo (16) spielt an der Chino Hills High School, in einer Partie erzielte er in 32 Minuten 92 Punkte. LiAngelo (18) läuft für die Elite-Uni UCLA auf. Und Lonzo hat bereits den Sprung in die Profiliga NBA geschafft. Die Los Angeles Lakers wählten ihn in diesem Jahr an zweiter Stelle beim Draft und sicherten sich die Dienste des 19-jährigen Talents.

Schon davor war Lonzo in den Schlagzeilen. Nicht nur wegen seiner sportlichen Leistungen, sondern auch dank seines Vaters. Vor dem Draft kam ein Schuh heraus, den Lonzo selbst entworfen hatte. Der Preis: 495 Dollar. Die Schuhe der NBA-Superstars LeBron James und Steph Curry gibt es ab 100 beziehungsweise 80 Dollar.

Eine Frechheit sei der Preis des Schuhs, so die allgemeine Reaktion in den Staaten. Aber genau darum geht es LaVar Ball: Aufmerksamkeit erregen, polarisieren, seine Jungs zu Marken aufbauen, die ihm Geld einbringen. Kein Spruch ist ihm zu doof, kein Ziel zu groß. Michael Jordan, einer der besten Basketballer aller Zeiten, "würde bei einem Eins gegen Eins nur zwei Punkte gegen mich machen", sagte Ball zu ESPN. "Und das auch nur, weil ich es ihm erlaube." Jordan reagierte: "Er hat keine Antwort verdient, aber ich denke, er könnte mich nicht einmal schlagen, wenn ich mit einem Bein spielen würde."

Ball trat in so ziemlich jeder amerikanischen Fernsehshow auf, kämpfte bei einem Wrestling-Turnier und arrangierte eine Reality-Show über sich und seine Familie auf Facebook. LaVar Ball beleidigte weiße Mitspieler seines Sohnes ("... mit drei Weißen kann man nicht gewinnen ..."), eine Schiedsrichterin und legte sich mit einer Reporterin an. Das Forbes-Magazin schrieb, Ball sei "eine der am meisten polarisierenden Personen im heutigen Sport". Vielen Sportfans geht der Mann nur noch auf die Nerven.

Dabei sind seine eigenen sportlichen Erfolge überschaubar. LaVar Ball kam in einer College-Saison für Washington State auf zwei Punkte und zwei Rebounds pro Partie, in der NBA hat er nie gespielt. Doch jetzt ist er Teil einer Liga, die inzwischen sogar mittelmäßigen Spielern Millionen-Gehälter zahlt und der Kommerz oft wichtiger ist als der Sport selbst. Die NBA wird mehr und mehr zum Geschäft. LaVar Ball ist möglicherweise nur die nächste Stufe dieser Entwicklung.