Der ehemalige französische Nationalspieler Jean-François Larios hat eingeräumt, bei Fußballspielen mehrfach gedopt zu haben. Das schreibt Larios in seiner Autobiografie Ich habe mit dem Feuer gespielt, aus der die Süddeutsche Zeitung zitiert. Larios hat seiner Autobiografie zufolge unter anderem Amphetamine eingenommen. Auch deutsche und holländische Fußballspieler beschuldigt er, gedopt zu haben. Larios hat lange für den französischen Fußballverein AS Saint-Étienne gespielt.

Mit Amphetaminen habe er Allmachtsgefühle statt Müdigkeit erlebt, schreibt er. Auch Teamkollegen hätten gedopt. Das erste Mal habe er im Herbst 1976 im Uefa-Cup gegen Eindhoven gedopt. Als einen Grund für sein Doping gibt Larios an, dass die niederländischen und deutschen Spieler physisch überlegen gewesen wären.

Er habe nur vor großen Anlässen gedopt, sagte Larios der Zeitung Le Parisien, "wenn es darum ging, mit Holländern oder Deutschen gleichzuziehen". Als Beispiel nannte er ein Uefa-Cup-Heimspiel, das Saint-Étienne 1:4 gegen Borussia Mönchengladbach verlor. "Ich hatte Captagon, aber sie hatten etwas anderes, einen Cocktail, den wir nicht kannten. Sie waren hoch überlegen", sagte er. Das Amphetaminderivat Captagon ist ein Aufputschmittel.

Frankreichs Fußballer des Jahres 1980 berichtet in seiner Autobiografie auch von gesundheitlichen Konsequenzen des Dopings. In einem Spiel, so der heute 61-Jährige, sei er geradezu explodiert. Danach habe er Tage gebraucht, um herunterzukommen. Das sei für ihn zu viel gewesen, schreibt Larios. "Die Medikamente haben mein Hirn angegriffen. Hätte ich gewusst, was Captagon mit mir anstellt, ich hätte die Finger davon gelassen."

Das Aufputschmittel Captagon ist laut dem ehemaligen deutschen Bundesligatrainer Peter Neururer im Fußball früher oft zum Einsatz gekommen. "Es ist mir bekannt, dass früher Captagon genommen worden ist. Viele Spieler waren verrückt danach", sagte er 2007 der Sportbild. Auch der Nationaltorwart Toni Schumacher beschrieb in seinem Buch Anpfiff aus dem Jahr 1987, wie im deutschen Fußball gedopt wurde. Einer der bekanntesten Fälle ist der des Freiburger Sportmediziners Armin Klümper. Er soll deutsche Fußballvereine wie den VfB Stuttgart und den SC Freiburg mehr als drei Jahrzehnte lang mit Anabolika beliefert haben.